China verurteilte die von den Vereinigten Staaten verhängte Blockade iranischer Häfen am Dienstag als „gefährlich und unverantwortlich“ und verschärfte damit die diplomatischen Spannungen, während weiterhin chinesische Schiffe – trotz amerikanischer Restriktionen – die Straße von Hormus durchqueren.
Präsident Donald Trump ordnete die Blockade nach gescheiterten Friedensgesprächen am Wochenende an. Sie richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen und Küstengebiete im Golf ansteuern oder verlassen. Die Beschränkungen traten am Montag um 14 Uhr GMT in Kraft, obwohl Washington und Teheran weiterhin eine fragile zweimonatige Waffenruhe vereinbart haben.
Die USA haben ihre Militärpräsenz erhöht und eine gezielte Blockadeaktion durchgeführt, was die Spannungen nur verschärfen und die bereits fragile Waffenruhe untergraben sowie die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus weiter gefährden wird. Dieses Verhalten ist gefährlich und unverantwortlich.
Guo Jiakun, Sprecher des chinesischen Außenministeriums — Channel NewsAsia
Die Blockade führt zu einer komplexen maritimen Pattsituation in einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Iran hatte die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bereits für Schiffe aus Ländern eingeschränkt, die es als befreundet ansieht – darunter China. Trumps Maßnahme scheint darauf abzuzielen, Peking, Irans größten Ölkunden, unter Druck zu setzen, um Teheran zur Wiedereröffnung der Wasserstraße zu bewegen.
Daten zeigen, dass mindestens ein von den USA sanktionierter chinesischer Tanker am ersten Tag der Blockade erfolgreich die Straße durchquerte und damit die Durchsetzung der amerikanischen Restriktionen auf die Probe stellte. Die Passage des Schiffes unterstreicht die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung einer Seeblockade in internationalen Gewässern, in denen mehrere Mächte konkurrierende Ansprüche geltend machen.
France 24 stellt die Geschichte als eskalierende diplomatische Spannungen dar und betont die Fragilität bestehender Waffenruhen. Der Sender beleuchtet die internationalen Auswirkungen durch eine umfassende Berichterstattung über mehrere diplomatische Fronten und spiegelt dabei Frankreichs traditionelle Rolle als Vermittler in Nahost-Konflikten sowie seine Sorge um regionale Stabilität wider.
Channel NewsAsia hebt die maritimen Sicherheitsimplikationen für die Schifffahrtsinteressen Südostasiens hervor und konzentriert sich auf die praktischen Herausforderungen bei der Durchsetzung einer Blockade in internationalen Gewässern. Singapurs Perspektive spiegelt die Position des Landes als wichtiger Schifffahrtsdrehkreuz wider, das auf stabile Handelsrouten – insbesondere durch kritische Engpässe wie die Straße von Hormus – angewiesen ist.
Indische Medien betrachten diese Krise durch die Linse der globalen wirtschaftlichen Verwundbarkeit und betonen, wie die Blockade eine bereits schwere Energiekrise verschärfen könnte, die Entwicklungsländer wie Indien treffen würde. Die Berichterstattung stellt die Konfrontation als gefährliche Eskalation zwischen Supermächten dar, die das Risiko birgt, die Welt in einen breiteren Konflikt hineinzuziehen. Dies spiegelt Indiens strategische Blockfreiheit und die Sorge wider, zwischen rivalisierenden Großmächten eingeklemmt zu werden.
Saudi-arabische Medienberichte legen den Fokus auf die operativen Details und den Zeitplan der US-Blockade und heben Irans Drohung zur Vergeltung hervor. Sie rahmen die Situation als regionale Sicherheitskrise, die eskalieren könnte. Der Fokus auf gescheiterte Friedensgespräche und militärische Eskalation spiegelt die komplexe Position Saudi-Arabiens als US-Verbündeter wider, das dennoch regionale Stabilität anstrebt und fürchtet, in einen größeren Konflikt hineingezogen zu werden, der die Golf-Schifffahrtsrouten bedrohen könnte.
Türkische Medien bewerten die Blockade als leichtsinnige US-Maßnahme, die das Risiko einer globalen Energiekatastrophe und gefährlichen militärischen Eskalation zwischen Großmächten birgt. Die Betonung der wirtschaftlichen Folgen und des Potenzials für Fehlkalkulationen spiegelt die Position der Türkei als NATO-Mitglied wider, das unabhängige Beziehungen sowohl zum Iran als auch zu China unterhält und US-Einseitigkeit als destabilisierend für die regionale Ordnung ansieht.
Die diplomatische Krise kommt Russland zugute, dessen Ölexporteinnahmen sich im März auf 19 Milliarden US-Dollar verdoppelten, da die Störungen im Nahen Osten die globalen Energiepreise in die Höhe trieben. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) stiegen die russischen Rohölexporte im Vergleich zum Februar um 270.000 Barrel pro Tag auf 4,6 Millionen Barrel täglich an.
Chinas Präsident Xi Jinping betonte bei Treffen mit regionalen Führern in Peking die Achtung der Souveränität der Golfstaaten und signalisierte damit Chinas Absicht, trotz des amerikanischen Drucks seine wirtschaftlichen Beziehungen aufrechtzuerhalten. Der iranische UN-Botschafter verurteilte die Blockade als „schwerwiegenden Verstoß“ gegen die iranische Souveränität.
Unterdessen gehen die diplomatischen Bemühungen weiter, da Pakistan versucht, eine zweite Runde der US-Iran-Friedensgespräche in Islamabad zu arrangieren. Quellen deuten darauf hin, dass beide Länder bereits am kommenden Wochenende zu Verhandlungen zurückkehren könnten, auch wenn noch kein festes Datum feststeht.
Die Pattsituation erschwert zudem die separat geplanten israelisch-libanesischen Verhandlungen in Washington, wobei die Hisbollah Libanon auffordert, sich aus den Gesprächen zurückzuziehen. Die vom Iran unterstützte Gruppe lehnt direkte Dialoge mit Israel ab und betrachtet solche Verhandlungen als Kapitulation.
Unklar bleibt, ob China über diplomatische Proteste hinausgehen und eskalieren wird – insbesondere, falls Trump seine Drohung wahr macht und zusätzliche Zölle auf chinesische Waren verhängt, etwa wegen des Verdachts auf militärische Unterstützung für den Iran.