Europäische Flughäfen stehen vor einer kritischen Jet-Treibstoffknappheit innerhalb von drei Wochen, falls die Straße von Hormuz geschlossen bleibt. Dies geht aus einer Warnung des europäischen Flughafenverbands hervor. Die Wasserstraße im Persischen Golf transportiert etwa 40 % der globalen Flugtreibstoffversorgung, weshalb ihre Blockade eine direkte Bedrohung für den europäischen Luftverkehr darstellt.

Airports Council International Europe richtete die Warnung in einem Schreiben an EU-Kommissare und erklärte, dass mehrere europäische Länder strategische Kerosinreserven von nur acht bis zehn Tagen vorrätig haben, bevor Rationierungen notwendig werden. Italien hat bereits Notfallmaßnahmen zur Treibstoffrationierung an mehreren Flughäfen nach Lieferunterbrechungen umgesetzt.

In dieser Phase ist uns klar, dass die EU vor einer systemischen Jet-Treibstoffknappheit steht, falls die Passage durch die Straße von Hormuz nicht innerhalb der nächsten drei Wochen in nennenswerter und stabiler Weise wiederaufgenommen wird.

Olivier Jankovec, Generaldirektor — ACI Europe

Die Krise hat bereits zu dramatischen Preisanstiegen und Kapazitätskürzungen in der Luftfahrtbranche geführt. Der europäische Jet-Treibstoffpreis erreichte letzte Woche mit 1.838 US-Dollar pro Tonne einen Rekordwert und hat sich damit mehr als verdoppelt im Vergleich zu den Preisen vor dem Konflikt von 831 US-Dollar. Airlines reagieren mit Kapazitätsreduzierungen und höheren Ticketpreisen.

Delta Air Lines kündigte eine Kapazitätsreduzierung von 3,5 % an, während Fluggesellschaften wie Polens LOT und Air New Zealand weniger profitable Strecken streichen und die Ticketpreise erhöhen. Die Unterbrechungen bedrohen die bevorstehende Hauptreisezeit im Sommer, wenn die Nachfrage in Europa typischerweise stark ansteigt.

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🇬🇧United Kingdom
BBC
Analytisch

Die BBC beschreibt dies als eine technische Lieferkettenkrise, die EU-Politikinterventionen erfordert, und betont die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Gemeinden und Arbeitsplätze. Die Berichterstattung konzentriert sich auf Marktmechanismen und regulatorische Lösungen und spiegelt die britische Position nach dem Brexit als Beobachter des EU-Krisenmanagements wider.