FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte, dass der Iran trotz des anhaltenden Konflikts mit den USA und Israel an der WM 2026 teilnehmen werde. Damit wies er iranische Forderungen zurück, die Gruppenspiele außerhalb des US-Territoriums auszutragen.
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Iran unter wachsendem Druck steht, seine Teilnahme an der WM zu überdenken. Iranische Sportfunktionäre hatten wiederholt beantragt, ihre Gruppenspiele von den USA nach Mexiko zu verlegen, und verwiesen dabei auf Sicherheitsbedenken angesichts des aktuellen Krieges. Ein fragiler Waffenstillstand, vermittelt durch Pakistan, läuft am 22. April aus.
Das iranische Team wird auf jeden Fall kommen, ja. Der Iran muss kommen, natürlich. Sie vertreten ihr Volk. Sie haben sich qualifiziert. Die Spieler wollen spielen.
Gianni Infantino, FIFA-Präsident — CNBC
Präsident Donald Trump äußerte Bedenken hinsichtlich der iranischen Teilnahme und bezeichnete diese als unangemessen „für ihr eigenes Leben und ihre Sicherheit“. Die FIFA hat eine Verlegung der Spiele abgelehnt, verwies auf logistische Hindernisse und versprach gleichzeitig Sicherheit für Spieler und Mitarbeiter.
Der Iran qualifizierte sich als eines der ersten Teams für das Turnier und ist für alle drei Gruppenspiele an der US-Westküste eingeplant. Team Melli bestreitet sein erstes Spiel gegen Neuseeland am 15. Juni in Los Angeles, trifft am 21. Juni in derselben Stadt auf Belgien und spielt am 26. Juni in Seattle gegen Ägypten.
Al Jazeera stellt die Geschichte aus der institutionellen Perspektive der FIFA dar und liefert dabei detaillierten Kontext zu den Sicherheitsbedenken des Iran und dem anhaltenden Konflikt. Das Medium betont die brückenbauende Rhetorik der Sportorganisation, weist aber auch auf die praktischen Herausforderungen hin, die durch den Krieg und die Waffenstillstandsfrist entstehen.
The Times of Israel berichtet sachlich und konzentriert sich vor allem auf die Position der FIFA, ohne umfangreiche redaktionelle Kommentare. Die Darstellung bleibt faktenbasiert zur iranischen Teilnahme und räumt gleichzeitig die Sicherheitsbedenken ein, die sich aus dem anhaltenden Konflikt ergeben.
Daily Sabah hebt die positiven Entwicklungen in der möglichen Teilnahme des Iran hervor und betont den Spielwillen des Teams sowie jüngste optimistische Aussagen iranischer Funktionäre. Das türkische Medium stellt die Position der FIFA positiv dar und erwähnt dabei die Rolle der Türkei als Gastgeber des iranischen Trainingslagers – eine Spiegelung der diplomatischen Positionierung der Türkei in regionalen Konflikten.
Das Medium beschreibt dies als diplomatisches Balanceakt der FIFA und betont die institutionelle Herausforderung, die sportliche Neutralität angesichts eskalierender Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran zu wahren. Die indische Perspektive spiegelt die eigene blockfreie Außenpolitik wider und präsentiert die FIFA-Position als pragmatisches Krisenmanagement, ohne Partei in dem größeren Nahost-Konflikt zu ergreifen.
Das Medium unterstreicht das Engagement der FIFA für Inklusivität trotz der Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran und stellt Infantinos Position als Wahrung sportlicher Prinzipien über politische Zwänge dar. Aus der komplexen regionalen Position Saudi-Arabiens – das eine Balance zwischen Partnerschaft mit den USA und Entspannung mit dem Iran sucht – unterstützt diese Erzählung das Prinzip, dass Sport geopolitische Rivalitäten überwinden sollte, insbesondere da das Königreich sich als regionaler Vermittler positioniert.
Infantino besuchte kürzlich das Trainingslager des Iran in Antalya, Türkei, wo er laut eigenen Angaben die Spieler in ihrem Wunsch bestärkt habe, am Turnier teilzunehmen. Der FIFA-Präsident betonte die Rolle seiner Organisation, die sportliche Neutralität trotz geopolitischer Spannungen zu wahren.
Sie sollten spielen – Sport sollte außerhalb der Politik stehen. Okay, wir leben nicht auf dem Mond, wir leben auf der Erde, aber wenn es niemanden sonst gibt, der daran glaubt, Brücken zu bauen und sie intakt zu halten, dann tun wir das.
Gianni Infantino, FIFA-Präsident — Al Jazeera English
Die iranischen Behörden zeigen gemischte Signale zur Teilnahme. Trainer Amir Ghalenoei erklärte, es gebe „im Moment keinen Grund, nicht teilzunehmen“, während Sportminister Ahmad Donyamali vorsichtigen Optimismus äußerte – abhängig von der Einhaltung des Waffenstillstands und Sicherheitsgarantien.
Die endgültige Entscheidung liegt beim Obersten Nationalen Sicherheitsrat des Iran, der unter der Aufsicht von Oberster Führer Mojtaba Khamenei vom Präsidenten Masoud Pezeshkian geleitet wird. Sollte der Iran die Gruppenphase überstehen, würden alle weiteren Spiele ebenfalls in US-amerikanischen Spielstätten ausgetragen.
Die Pattsituation unterstreicht die Herausforderung der FIFA, die sportliche Integrität zu wahren, während sie sich durch komplexe geopolitische Realitäten navigiert. Mit dem nahenden Ablauf der Waffenstillstandsfrist und der Intensivierung der Turniervorbereitungen bleibt die Frage, ob diplomatische Spannungen letztlich die sportlichen Verpflichtungen überlagern werden.