Zwei französische Staatsbürger, die in Iran seit über drei Jahren wegen Spionagevorwürfen festgehalten wurden, verließen das Land am Dienstagmorgen. Damit endete ein diplomatisches Drama, das sich vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges im Iran weiter zugespitzt hatte.
Cécile Kohler (41) und Jacques Paris (72) verließen den Iran bei Tagesanbruch in einem diplomatischen Konvoi mit dem französischen Botschafter und reisten über Aserbaidschan nach Frankreich, wie Quellen des französischen Außenministeriums mitteilten.
Cécile Kohler und Jacques Paris sind frei und auf dem Weg nach Frankreich, nach dreieinhalb Jahren Haft in Iran.
Emmanuel Macron, französischer Präsident — X
Das Paar, beide Lehrer – wobei Paris bereits im Ruhestand war –, wurde im Mai 2022 am Ende einer Reise, die ihre Familien als Urlaub beschrieben, festgenommen. Ein iranisches Gericht verurteilte sie im Oktober zu 17 bzw. 20 Jahren Haft wegen angeblicher Spionage für Frankreich und Israel.
Sie wurden im November aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis entlassen, standen jedoch weiterhin unter Hausarrest in der französischen Botschaft in Teheran. Ihre Situation wurde nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran ab dem 28. Februar noch ungewisser.
Französische Medien betonen den diplomatischen Erfolg und die Erleichterung und stellen die Freilassung als Bestätigung des gemäßigteren Ansatzes Frankreichs im Iran-Konflikt dar. Sie heben Macrons Distanzierung von den US-israelischen Angriffen als entscheidend für die Freilassung des Paares hervor und porträtieren die französische Diplomatie als wirksam im Vergleich zu konfrontativeren Ansätzen.