Die italienischen Behörden verhafteten Roberto Mazzarella, einen der gefährlichsten Flüchtigen des Landes, in einer Luxusvilla an der Amalfiküste nach mehr als einem Jahr auf der Flucht. Der 48-jährige Camorra-Boss wurde Freitagabend in Vietri sul Mare ohne Widerstand festgenommen, begleitet von seiner Frau und seinen beiden Kindern.

Mazzarella stand auf Platz vier der Liste der meistgesuchten Flüchtigen des italienischen Innenministeriums. Mit seiner Festnahme reduziert sich die Liste der Superlatitanten – die meistgesuchten Mafia-Bosse – auf drei verbleibende Namen: Attilio Cubeddu, Giovanni Motisi und Renato Cinquegranella.

Die Festnahmeaktion wurde von Carabinieri der Ermittlungseinheit aus Neapel durchgeführt, unterstützt von Patrouillenbooten vor der Küste und Luftwaffeneinheiten. Schwer bewaffnete Beamte stürmten die Küstenvilla, in der Mazzarella unter falscher Identität gelebt hatte und für die er 1.000 Euro pro Nacht zahlte, um Ostern mit seiner Familie zu feiern.

"Das sendet eine klare Botschaft: Der Staat wird nicht nachgeben"

Bei der Razzia beschlagnahmten die Behörden etwa 20.000 Euro in bar, drei Luxusuhren, mehrere Mobiltelefone, gefälschte Ausweisdokumente sowie handschriftliche Notizen, die vermutlich Finanzunterlagen der Organisation enthielten. Die Beweismittel deuten darauf hin, dass Mazzarella auch im Verborgenen die Kontrolle über seine kriminelle Organisation behalten hatte.

Die Mazzarella-Familie gehört zu den mächtigsten Fraktionen der Camorra und kontrolliert bedeutende Teile des Drogenhandels und Schmuggels in Neapel. Die Organisation wurde in den 1940er Jahren von der Zaza-Familie gegründet, ging später durch Heirat an Mazzarella über und führt seit Jahrzehnten blutige Fehden mit rivalisierenden Gruppen wie der Rinaldi-Familie.

◈ So sieht die Welt diese Nachricht6 perspektiven
Überwiegend Analytisch5 Analytisch1 Unterstützend
🇬🇧United Kingdom
BBC
Analytisch