Papst Leo XIV. äußerte am Samstagabend seine bisher deutlichste Verurteilung des US-Iran-Konflikts und brandmarkte den von ihm so bezeichneten „Wahn der Allmacht“ als treibende Kraft des Krieges während einer Gebetsvigil in der Basilika St. Peter.
Der in Chicago geborene Papst leitete den Abendgottesdienst, während in Pakistan unter einem brüchigen Waffenstillstand direkte Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran begannen. Obwohl Leo weder Präsident Trump noch US-Beamte namentlich nannte, richteten sich seine Worte offenbar direkt an amerikanische Führungskräfte, die religiöse Rechtfertigungen für militärische Maßnahmen angeführt haben.
Genug mit der Selbstvergötzung und dem Geldkult! Genug mit der Machtentfaltung! Genug mit dem Krieg!
Papst Leo XIV. — The Independent
Die Kritik des Papstes stellt eine deutliche Eskalation im Vergleich zu Leos anfänglicher Reaktion auf den Konflikt dar. In den ersten Kriegswochen hatte sich der erste in den USA geborene Papst auf gemäßigtere Appelle für Frieden und Dialog beschränkt und sich geweigert, die Gewalt öffentlich zu verurteilen.
Diese Zurückhaltung endete am Palmsonntag, als Leo begann, seine Kritik am Konflikt zu verschärfen. Anfang dieser Woche bezeichnete er Trumps Drohungen gegen die iranische Zivilisation als „wirklich inakzeptabel“ und forderte, dass Dialog militärische Maßnahmen überwiegen müsse.
NPR beleuchtet die Geschichte durch die Linse der Entwicklung des Papstes und betont Leos Wandel von anfänglicher Zurückhaltung hin zu immer deutlicherer Kritik. Der Sender konzentriert sich auf die innere Perspektive eines in den USA geborenen Papstes, der US-Politik kritisiert, und stellt dies als bedeutende diplomatische und religiöse Entwicklung dar, ohne Partei für eine Seite des Konflikts zu ergreifen.