Peru wählt am Sonntag seinen Präsidenten oder seine Präsidentin in einer Wahl mit einer Rekordzahl von 35 Kandidat:innen, da die Wähler:innen versuchen, die Instabilität zu durchbrechen, die in den letzten zehn Jahren neun Präsidenten hervorgebracht hat. Rund 27 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über den längsten Stimmzettel der Landesgeschichte, der fast einen halben Meter misst.

Keiko Fujimori, Tochter des verstorbenen autokratischen Präsidenten Alberto Fujimori, führt die Umfragen mit 15 % Unterstützung in ihrem vierten Präsidentschaftswahlkampf an. Die 50-jährige Rechtspopulistin erreichte bereits 2021, 2016 und 2011 die Stichwahlen, verlor jedoch jeweils knapp.

Der Komiker Carlos Álvarez folgt mit 8 % Unterstützung, während der ultrakonservative ehemalige Bürgermeister von Lima, Rafael López Aliaga, und der Medienmogul Ricardo Belmont jeweils 7 % bzw. 6 % in den Umfragen erreichen. Da keine:r der Kandidat:innen über 15 % liegt, ist eine Stichwahl am 7. Juni praktisch sicher.

"Das ist eine der unberechenbarsten Wahlen, die es je gegeben hat"

Das ist eine der unberechenbarsten Wahlen, die es je gegeben hat. Es könnte am Sonntag Überraschungen geben, weil wir nicht wissen, wer es in die zweite Runde schafft.

Urpi Torrado, Umfrageinstitut Datum Internacional — The Guardian

Kriminalität dominiert die Sorgen der Wähler:innen angesichts Rekordzahlen bei Mord und Erpressung, wobei politische Korruption als zweites großes Thema gilt. Vier ehemalige Präsidenten sitzen derzeit im Gefängnis, die meisten in Verbindung mit Bestechungsfällen im Zusammenhang mit dem brasilianischen Bauunternehmen Odebrecht.

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🇬🇧United Kingdom
The Guardian
Analytisch

The Guardian beschreibt Perus Wahl als symptomatisch für die demokratische Fragilität in Lateinamerika und betont den Kreislauf aus Instabilität und Korruption, während eine analytische Distanz gewahrt bleibt. Die Berichterstattung konzentriert sich auf den institutionellen Zusammenbruch statt auf ideologische Positionierungen und spiegelt damit das diplomatische Interesse Großbritanniens an regionaler Stabilität wider.