Ben Roberts-Smith, Australiens höchstdekorierter lebender Soldat, wurde am Dienstag am Flughafen Sydney festgenommen und wegen fünf Mordvorwürfen im Zusammenhang mit der Tötung unbewaffneter afghanischer Zivilisten während seines Einsatzes zwischen 2009 und 2012 angeklagt.

Der 47-jährige ehemalige Angehörige der Australian Defence Force (ADF) droht für jede Anklage eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die australische Bundespolizei (AFP) wirft Roberts-Smith vor, die Opfer entweder selbst erschossen oder Untergebene angewiesen zu haben, sie zu töten, während diese festgenommen, unbewaffnet und unter ADF-Kontrolle waren.

Es wird behauptet werden, dass die Opfer zum Zeitpunkt ihrer mutmaßlichen Ermordung in Afghanistan nicht an Feindseligkeiten beteiligt waren. Es wird behauptet werden, dass die Opfer festgenommen, unbewaffnet und unter der Kontrolle von ADF-Mitgliedern waren, als sie getötet wurden.

Krissy Barrett, AFP-Kommissarin — Channel NewsAsia

Roberts-Smith wurde mit dem Victoria Cross und anderen höchsten militärischen Auszeichnungen für seine Einsätze während sechs Afghanistan-Touren von 2006 bis 2012 ausgezeichnet. Seine Festnahme folgt auf Jahre juristischer Auseinandersetzungen, die begannen, als australische Zeitungen 2018 detaillierte Vorwürfe von Kriegsverbrechen veröffentlichten.

Der ehemalige Soldat verklagte drei Zeitungen erfolglos wegen Verleumdung; ein Bundesrichter urteilte 2023, dass die Veröffentlichungen vier der sechs Mordvorwürfe bewiesen hätten. Zu den schwerwiegendsten Vorwürfen gehörte, dass Roberts-Smith 2012 einen gefesselten afghanischen Mann namens Ali Jan von einer Klippe gestoßen haben soll, bevor er einen Untergebenen anwies, ihn nach dem Sturz zu erschießen, da er überlebte.

◈ So sieht die Welt diese Nachricht5 perspektiven
Überwiegend Analytisch4 Analytisch1 Kritisch
🇸🇬Singapore
Channel NewsAsia
Analytisch

Rahmt die Geschichte als bedeutende rechtliche Entwicklung in Australiens militärischer Rechenschaftspflicht auf, wobei die offiziellen Anklagen und Polizeierklärungen betont werden. Nimmt einen prozeduralen Ansatz ein, der den Kontrast zwischen Roberts-Smiths Auszeichnungen und den schweren Vorwürfen hervorhebt, und spiegelt Singapurs Position als regionaler Beobachter westlicher Militäraktionen wider.

🇳🇱Netherlands
NOS Nieuws
Kritisch

Betont die drastischen Details der mutmaßlichen Kriegsverbrechen und die verzögerte Gerechtigkeit, wobei die Behandlung des Whistleblowers mit der des angeklagten Täters kontrastiert wird. Die niederländische Darstellung spiegelt europäische Skepsis gegenüber militärischen Interventionen und die Sorge um das Völkerrecht wider, insbesondere vor dem Hintergrund der Rolle der Niederlande in der internationalen Strafjustiz.

🇮🇳India
reuters.com
Analytisch

Reuters India stellt die Geschichte aus prozeduraler Sicht dar und betont den systematischen Rechtsprozess und die offiziellen Anklagen, statt die breiteren Implikationen westlicher Militäraktionen zu thematisieren. Dieser neutrale Ansatz spiegelt Indiens Position als blockfreie Nation wider, die zwar Verteidigungsabkommen mit Australien unterhält, aber keine Kommentare abgibt, die seine eigenen komplexen Beziehungen zu Rechenschaftspflichten bei Militäroperationen gefährden könnten.

🇸🇦Saudi Arabia
theguardian.com
Analytisch

The Guardians Berichterstattung in Saudi-Arabien betont die Rolle der Medien bei der Aufdeckung mutmaßlicher Kriegsverbrechen und das Scheitern rechtlicher Versuche, die Berichterstattung zu unterbinden. Dies wird als Sieg für die Medienverantwortung dargestellt. Dieser Blickwinkel resoniert mit Saudi-Arabiens komplexer Haltung gegenüber westlichen Militäroperationen im Nahen Osten, wo das Königreich zwar die Koalitionsführung kritisiert, aber gleichzeitig ein strategischer Verbündeter bleibt.

🇹🇷Turkey
bbc.com
Analytisch

Die BBC-Berichterstattung betont die juristischen Verfahren und Roberts-Smiths Leugnungen und stellt die Geschichte als Teil von Australiens innerer Auseinandersetzung mit militärischem Fehlverhalten dar, statt eine breitere Anklage der Koalitionskräfte zu formulieren. Dieser maßvolle Rahmen entspricht der Position der Türkei als NATO-Partner, die zwar westliche Militäroperationen in Afghanistan kritisiert, aber gleichzeitig in regionale Konflikte eingebunden ist.

Die Perspektiven stammen aus echten Schlagzeilen, die von GDELT indexiert wurden — einer globalen Datenbank, die Nachrichten aus über 100 Ländern in Echtzeit verfolgt.

Ein weiterer Vorfall betraf die mutmaßliche Hinrichtung zweier Männer, die 2009 bei einer Razzia in einem Komplex in einem Tunnel aufgefunden wurden. Zeugenaussagen beschrieben, wie Roberts-Smith angeblich die Tötung eines älteren Mannes anordnete und persönlich einen jüngeren Mann mit einer Prothese erschoss. Die Prothese soll als Trophäe entwendet und auf der Militärbasis als Trinkbecher verwendet worden sein.

Die Anklagen gehen auf eine umfassendere Untersuchung der Operationen des Australian Special Air Service Regiment (SAS) in Afghanistan zurück. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 fand glaubwürdige Beweise dafür, dass SAS-Mitglieder Dutzende unbewaffneter Gefangener während Australiens Beteiligung am Afghanistan-Krieg töteten, was zur Aberkennung militärischer Auszeichnungen für mehrere Angehörige führte.

Roberts-Smith hat die Vorwürfe während des gesamten Verfahrens stets bestritten. Sein Berufungsverfahren vor dem High Court wurde im September 2025 abgelehnt, was den Weg für strafrechtliche Anklagen ebnete.

Ich werde mich nicht zu einer Angelegenheit äußern, die eindeutig eine rechtliche und vor Gericht anhängige Sache ist.

Anthony Albanese, australischer Premierminister — NRC

Der Fall markiert einen bedeutenden Moment für die militärische Rechenschaftspflicht Australiens, Jahre nachdem ein Whistleblower, der die mutmaßlichen Kriegsverbrechen aufdeckte, zu fast sechs Jahren Haft wegen Weitergabe klassifizierter Informationen verurteilt wurde. Der Kontrast zwischen der Behandlung des Whistleblowers und der verzögerten Strafverfolgung der mutmaßlichen Täter hat Kritik von Menschenrechtsbeobachtern hervorgerufen.

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