Bayern München schaltete Real Madrid auf außergewöhnliche Weise aus dem Champions League aus, gewann mit 4:3 in der Allianz Arena und zog damit mit einem 6:4-Gesamtsieg ins Halbfinale ein. Die deutschen Riesen treffen im Viertelfinale auf die Titelverteidiger von Paris Saint-Germain.
Das Spiel explodierte bereits in der ersten Minute, als Real-Madrid-Torhüter Manuel Neuer Arda Güler mit einem groben Fehler eine frühe Führung bescherte. Der 21-jährige türkische Mittelfeldspieler nutzte die Chance und verdoppelte seine Torschützenzahl in der 29. Minute mit einem spektakulären Freistoß.
Bayern reagierte mit einem Kopfballtor von Aleksandar Pavlović und dem 12. Champions-League-Tor der Saison von Harry Kane. Kanes Treffer hielt die Münchner trotz eines präzisen Abschlusses von Kylian Mbappé vor der Pause im Spiel.
Die zweite Halbzeit blieb lange ausgeglichen, bis Eduardo Camavingas Platzverweis in der 86. Minute die Dynamik entscheidend verschob. Der eingewechselte Real-Madrid-Spieler sah wegen eines vermeintlich harmlosen Fouls an Kane die zweite Gelbe Karte und ließ sein Team in den entscheidenden Minuten schutzlos zurück.
Es ist unglaublich, dass man den Spieler für diese Aktion vom Platz stellt. Das ist in einem Spiel wie diesem nicht möglich, dass man dafür vom Platz fliegt. Wir fühlen uns wirklich, wirklich unglücklich und wütend.
Álvaro Arbeloa, Trainer von Real Madrid — TNT Sports
Bayern nutzte die Überzahl gnadenlos aus. Luis Díaz traf in der 89. Minute, bevor Michael Olise in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer erzielte und damit eine bemerkenswerte Wende vollendete, die bei Real Madrids Spielern und Trainerstab für Empörung sorgte.
Die Niederlage unterstreicht die enttäuschende Saison von Real Madrid in allen Wettbewerben. Bereits in der La Liga von Barcelona distanziert und im Copa del Rey von Zweitligist Albacete ausgeschieden, stellte die Champions League ihre letzte Chance auf einen Titel unter Trainer Arbeloa dar.
Es war ein hartes Spiel, wir wussten, dass es schwierig werden würde. Real Madrid haben in der Champions League diese besondere Verbindung, und man muss auf höchstem Niveau spielen, um sie zu besiegen und auszuschalten.
Harry Kane, Stürmer von Bayern München — TNT Sports
Kanes Leistung unterstrich Bayerns klinische Effizienz in den entscheidenden Momenten. Der englische Kapitän erreichte die Marke von 50 Saisontoren und half dabei, eines der denkwürdigsten Champions-League-Viertelfinale der letzten Jahre zu gestalten.
Nach dem Schlusspfiff eskalierte die Situation, als Güler wegen einer Konfrontation mit Schiedsrichter Slavko Vinčić die rote Karte sah. Die Szenen spiegelten die Frustration von Real Madrid wider, deren Europapokal-Kampagne unter so umstrittenen Umständen endete.
France 24 präsentiert das Spiel als ein klares Sportereignis und betont die dramatische Aufholjagd, ohne auf umstrittene Entscheidungen einzugehen. Die Berichterstattung konzentriert sich auf Bayerns Einzug ins Halbfinale gegen PSG und hebt dabei das französische Interesse an den Halbfinals hervor, während die Schiedsrichterentscheidungen, die Real Madrid verärgerten, journalistisch neutral dargestellt werden.
Al Jazeera bietet eine umfassende Berichterstattung, die beide Teams ausgewogen betrachtet und sowohl Real Madrids Beschwerden über die rote Karte als auch Bayerns Leistung würdigt. Die mittelöstliche Perspektive ermöglicht eine distanzierte Darstellung, bei der die Kontroverse als Teil des Fußball-Dramas und nicht als parteiische Entscheidung interpretiert wird.
20minutos sieht die Niederlage als herben Schlag, der Real Madrids Saisonhoffnungen beendete, und betont die umstrittene Natur von Camavingas Platzverweis sowie die allgemeinen Probleme des Teams. Die spanische Perspektive sympathisiert naturgemäß mit Real Madrid und stellt die Eliminierung angesichts der Umstände und der Schiedsrichterentscheidung als besonders hart dar.