Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat eine scharfe Attacke auf Donald Trumps Außenpolitik gestartet und die jüngsten Drohungen des US-Präsidenten gegen den Iran als verfassungswidrig bezeichnet. Er forderte die Weltführer auf, durch Respekt statt Einschüchterung zu regieren.
Der 80-jährige brasilianische Staatschef kritisierte im Besonderen Trumps Drohung vom 7. April, die „iranische Zivilisation auslöschen“ zu wollen, angesichts des anhaltenden US-israelischen Konflikts mit dem Iran. Lula argumentierte, dass solche Drohungen die präsidiale Autorität überschreiten und demokratische Prinzipien verletzen.
Trump hat kein Recht, morgens aufzustehen und einem Land zu drohen. Dafür wurde er nicht gewählt, und seine Verfassung erlaubt das nicht.
Luiz Inácio Lula da Silva, brasilianischer Präsident — El País
In einem Interview mit der spanischen Zeitung El País vor seinem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez in Barcelona charakterisierte Lula Trumps Außenpolitik als grundlegend fehlerhaft. Er argumentierte, dass die Annahme Washingtons, militärische und wirtschaftliche Überlegenheit gebe ihm das Recht, globale Regeln zu setzen, eine gefährliche Fehleinschätzung darstelle.
Der brasilianische Präsident positionierte sich als Verfechter diplomatischen Respekts gegenüber Zwangsmaßnahmen und betonte, dass mächtige Nationen eine besondere Verantwortung für den Erhalt des Weltfriedens tragen. Seine Kritik geht über bloße Rhetorik hinaus und bezieht sich auf konkrete politische Streitpunkte, darunter Trumps Vorgehen in Venezuela nach der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte im Januar.
The Straits Times stellt diesen Konflikt als einen prinzipiellen diplomatischen Dissens dar, der die verfassungsmäßigen Grenzen präsidialer Macht und demokratische Normen betont. Die singapurische Perspektive schätzt multilaterale Diplomatie und eine regelbasierte internationale Ordnung und präsentiert den Konflikt als symptomatisch für grundlegendere Fragen darüber, wie Großmächte globalen Einfluss ausüben sollten.