China bestätigte am Mittwoch, dass Pakistan und Afghanistan nach einer Woche informeller trilateraler Gespräche in Ürümqi, Xinjiang, vom 1. bis 7. April vereinbart haben, eine Eskalation ihres bewaffneten Konflikts zu vermeiden.

Die Bestätigung aus Peking markiert die erste offizielle Anerkennung der von China ausgerichteten Gespräche, obwohl Diplomaten aus Pakistan und Afghanistan zuvor über die Treffen berichtet hatten. Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning erklärte, die drei Delegationen hätten in einer positiven Atmosphäre offene Diskussionen geführt.

Vertreter aus China, Afghanistan und Pakistan führten eine Woche lang informelle Gespräche in Ürümqi, Xinjiang, vom 1. bis 7. April

Mao Ning, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums — Chinesisches Außenministerium

Die Nachbarländer stecken seit Ende Februar in gewaltsamen Auseinandersetzungen, nachdem Pakistan behauptet, Afghanistan beherberge Extremisten, die für grenzüberschreitende Angriffe verantwortlich seien. Die Taliban-Regierung in Kabul weist diese Vorwürfe zurück.

Die Feindseligkeiten eskalierten dramatisch, nachdem pakistanische Luftangriffe von einer afghanischen Bodenoffensive gefolgt wurden. Islamabad erklärte daraufhin einen „offenen Krieg“. Der Konflikt erreichte am 16. März einen verheerenden Höhepunkt, als ein pakistanischer Angriff auf ein Krankenhaus in Kabul Hunderte Zivilisten tötete und internationale Verurteilung auslöste.

◈ So sieht die Welt diese Nachricht5 perspektiven
Einstimmig · Analytisch5 Analytisch
🇵🇰Pakistan
Dawn
Analytisch

Dawn betont Pakistans konsistente Position, dass Afghanistan „sichtbare und überprüfbare Maßnahmen“ gegen terroristische Gruppen ergreifen müsse. Das Medium stellt Pakistan als die geschädigte Partei dar, die legitime Sicherheitsbedenken verfolgt und gleichzeitig durch Chinas Vermittlungsbemühungen diplomatisch engagiert bleibt.

🇮🇳India
NDTV
Analytisch

NDTV berichtet ausgewogen über den diplomatischen Durchbruch und hebt dabei die zivilen Opfer sowie die wirtschaftlichen Folgen hervor. Die indische Perspektive unterstreicht regionale Stabilitätsbedenken angesichts der komplexen Beziehungen Indiens sowohl zu Pakistan als auch zur Taliban-Regierung.

🇷🇴Romania
Adevarul
Analytisch

Adevarul betrachtet die Geschichte durch eine europäische Linse und betont Chinas wachsenden diplomatischen Einfluss in regionalen Konflikten. Das Medium hebt die konstruktive Atmosphäre hervor, merkt aber das Fehlen konkreter Ergebnisse an – eine Reflexion europäischer Sorgen sowohl vor Terrorismus als auch vor chinesischer regionaler Expansion.

🇸🇦Saudi Arabia
straitstimes.com
Analytisch

Saudi-Medien stellen Chinas Vermittlerrolle sachlich dar und betonen dabei Pakistans Vorwürfe gegen Afghanistan wegen der Unterstützung von Milizen – eine Darstellung, die die vorsichtige Balance Riyadhs zwischen seiner strategischen Partnerschaft mit China und den Bedenken vor regionaler Terrorismusausbreitung widerspiegelt. Die Berichterstattung unterstreicht subtil die militante Dimension des Konflikts und passt sich damit der breiteren Anti-Terror-Position Saudi-Arabiens an, ohne Partei in der pakistanisch-afghanischen Auseinandersetzung zu ergreifen.

🇹🇷Turkey
reuters.com
Analytisch

Türkische Medien präsentieren Chinas diplomatische Intervention als eine pragmatische Vermittlungsbemühung und spiegeln damit die pragmatische Herangehensweise der Türkei an die Großmachtkonkurrenz sowie ihre eigene Erfahrung im Umgang mit komplexen regionalen Konflikten wider. Die neutrale Darstellung deutet darauf hin, dass die Türkei Chinas wachsenden Einfluss auf die südasiatische Sicherheit weder als bedrohlich noch als besonders vorteilhaft für türkische Interessen ansieht, sondern sich stattdessen auf die praktischen Aspekte der Konfliktlösung konzentriert.

Die Perspektiven stammen aus echten Schlagzeilen, die von GDELT indexiert wurden — einer globalen Datenbank, die Nachrichten aus über 100 Ländern in Echtzeit verfolgt.

ihr Bekenntnis, ihre Differenzen so schnell wie möglich zu lösen und eine Rückkehr zur Normalität in den bilateralen Beziehungen zu erreichen, indem sie sich darauf verständigten, keine Maßnahmen zu ergreifen, die die Situation eskalieren oder verkomplizieren würden

Mao Ning, zur Afghanistan-Pakistan-Vereinbarung — Chinesisches Außenministerium

Das pakistanische Außenministerium lehnte es ab, sich auf Anfrage lokaler Medien zu der Entwicklung zu äußern. Die Gespräche fanden im Rahmen eines trilateralen Mechanismus statt, während die Spannungen nach jüngsten grenzüberschreitenden Sicherheitsvorfällen weiterhin hoch sind.

Pakistan startete die Militäroperation „Ghazab lil-Haq“ gegen mutmaßliche Terrorverstecke in Afghanistan, was zu einer fast vollständigen Schließung der Landgrenze zwischen den beiden Ländern führte. Die Grenzschließung hat für beide Nationen erhebliche wirtschaftliche Folgen.

Eine während des Eid al-Fitr geltende Waffenruhe endete am 24. März. Die aktuellen diplomatischen Bemühungen stellen den ersten nachhaltigen Kontakt zwischen den Parteien seit Beginn der pakistanischen Militäroperation dar.

Pakistan hat die Taliban-Regierung wiederholt aufgefordert, terroristische Rückzugsorte auf afghanischem Boden – insbesondere solche, die mit der verbotenen Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) in Verbindung stehen – zu zerschlagen. Offizielle erklären, dass diese Appelle seit der Rückkehr der afghanischen Taliban an die Macht in Kabul 2021 ignoriert wurden.

Die eigentliche Last des Fortschritts liegt jedoch bei Afghanistan, das sichtbare und überprüfbare Maßnahmen gegen terroristische Gruppen ergreifen muss, die von afghanischem Boden aus gegen Pakistan operieren

Tahir Andrabi, Sprecher des pakistanischen Außenministeriums — Dawn

Die von China vermittelten Gespräche spiegeln Pekings wachsende Rolle als regionaler Vermittler wider. Deeskalationsbitten aus Saudi-Arabien, Katar und der Türkei waren ebenfalls Gründe für die zuvor angekündigten vorübergehenden Pausen beider Seiten.

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