Hui Ka Yan, Gründer des zusammengebrochenen chinesischen Immobiliengiganten Evergrande, bekannte sich in einem Gerichtsverfahren in Shenzhen dieser Woche der Betrugs- und Bestechungsvorwürfe für schuldig, was den dramatischen Absturz des einst reichsten Mannes Asiens markiert.
Der 67-jährige Milliardär gab während der Verhandlungen am 13. und 14. April zu, Vermögenswerte veruntreut, Bestechung begangen und illegal öffentliche Einlagen angenommen zu haben. Das Zwischenvolksgericht Shenzhen teilte mit, dass das Urteil zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werde, ohne einen konkreten Termin zu nennen.
Hui Ka Yans Schuldbekenntnis stellt die juristische Aufarbeitung des spektakulären Zusammenbruchs von Evergrande dar, der 2021 Chinas anhaltende Immobilienkrise auslöste. Das Unternehmen konnte den Großteil seiner 300-Milliarden-Dollar-Schulden nicht mehr bedienen, nachdem Peking Schuldenkontrollen einführte, die Zwangsverkäufe von Immobilien zu stark reduzierten Preisen erzwangen.
Das Gericht enthüllte, dass Evergrande Millionen an Anzahlungen von potenziellen Käufern, die für den Kauf von Wohnungen vorgesehen waren, nicht in Bauprojekte fließen ließ, sondern stattdessen in neue Entwicklungen umleitete. Diese Praxis hinterließ Hunderte unfertige Immobilien in den 280 Städten, in denen Evergrande tätig war.
Hui Ka Yan droht eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen illegaler Mittelbeschaffung, zusätzlich sind mögliche Strafen für Bestechungsdelikte denkbar. Die chinesischen Behörden verhängten bereits im März 2024 eine Geldstrafe von 6,5 Millionen US-Dollar gegen ihn und verhängten ein lebenslanges Börsenverbot, nachdem Evergrande Einnahmen in Höhe von 78 Milliarden US-Dollar zu hoch ausgewiesen hatte.
Die BBC stellt dies als einen entscheidenden Moment in den Folgen der Immobilienkrise Chinas dar und betont die systemischen wirtschaftlichen Auswirkungen sowie die dramatische Aufstiegs- und Abstiegsgeschichte von Hui. Ihre Berichterstattung ordnet den Fall in die größeren Bedenken bezüglich der wirtschaftlichen Stabilität Chinas und der regulatorischen Verschärfungen ein.
Daily Sabah konzentriert sich auf die Auswirkungen auf die soziale Stabilität und hebt hervor, wie der Zusammenbruch von Evergrande die chinesische Mittelschicht traf und Proteste auslöste. Ihre Darstellung betont die menschlichen Kosten finanzieller Exzesse und die Reaktion der Regierung zur Wahrung der öffentlichen Ordnung.
NOS präsentiert die Geschichte aus der Perspektive der finanziellen Rechenschaftspflicht und betont das Ausmaß der Schulden sowie regulatorischen Versäumnisse. Ihre Berichterstattung konzentriert sich auf die technischen Aspekte des Betrugs und die weiteren Auswirkungen auf die Restrukturierung des chinesischen Immobiliensektors.
Der Weg des Gründers vom ländlichen Armenhaus zum Milliardär verkörperte den Immobilienboom Chinas. Aufgewachsen bei seiner Großmutter in der Provinz Henan, arbeitete Hui zunächst als Stahltechniker, bevor er 1996 Evergrande gründete. Das Unternehmen wuchs rasant während des wirtschaftlichen Aufschwungs Chinas, getrieben durch aggressive Kreditaufnahmen, die schließlich ein nicht tragbares Niveau erreichten.
Auf seinem Höhepunkt hatte Evergrande eine Marktbewertung von über 50 Milliarden US-Dollar und war nach Vertragsverkäufen der größte Immobilienentwickler Chinas. Hui diversifizierte sein Geschäft über die Immobilienbranche hinaus in die Elektroauto- und Sportbranche, kaufte den Fußballverein Guangzhou FC und erreichte 2017 ein persönliches Vermögen von 42,5 Milliarden US-Dollar.
Der Zusammenbruch des Unternehmens löste landesweit Wut unter mittelständischen Anlegern aus, die ihre Ersparnisse in Evergrandes Vermögensverwaltungsprodukten verloren. Proteste brachen aus, als Käufer mit unfertigen Wohnungen und vernichteten Investitionen konfrontiert wurden, was die soziale Stabilität in den betroffenen Regionen bedrohte.
Der Aktienkurs von Evergrande stürzte um 99 % ab, bevor das Unternehmen im August 2024 von der Börse in Hongkong delistet wurde – nach mehr als 15 Jahren Handel. Ein Hongkonger Gericht ordnete die Liquidation des Unternehmens an, während ausländische Liquidatoren 6 Milliarden US-Dollar an Dividenden und Entschädigungen an Hui und andere ehemalige Führungskräfte zurückfordern.
Der Fall unterstreicht Pekings umfassende Maßnahmen gegen finanzielle Exzesse im Immobiliensektor, der vor der Krise etwa 25 % der chinesischen Wirtschaft ausmachte. Huis Festnahme seit 2023 signalisiert den Willen der Behörden, Führungskräfte für die systemischen Risiken des Sektors zur Verantwortung zu ziehen.