Griechenland wird ab Januar 2027 Kindern unter 15 Jahren den Zugang zu Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram, Facebook und Snapchat verbieten. Dies gab Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Mittwoch bekannt.

Mitsotakis verkündete die Entscheidung in einem Video, das er auf genau den Plattformen veröffentlichte, die Griechenland einschränken will. Er begann mit einem beliebten Internet-Meme, um junge Nutzer anzusprechen. Die Maßnahme begründete er mit dokumentierten psychischen Gesundheitsproblemen bei griechischen Jugendlichen.

Viele junge Menschen sagen mir, sie fühlten sich erschöpft von Vergleichen, von Kommentaren, vom Druck, immer online sein zu müssen.

Kyriakos Mitsotakis, Ministerpräsident — BBC

Die Umsetzung soll über das bestehende „Kids Wallet“-System erfolgen, ein digitales Kontrolltool, mit dem Eltern die Handynutzung ihrer Kinder überwachen können. Die Plattform verhindert bereits den Kauf von Tabak und Alkohol durch Altersverifikationscodes. Digitalisierungsminister Dimitris Papastergiou erklärte, dass Alters-Tokens die Nutzer als über 15 ausweisen, ohne persönliche Daten an die Plattformen weiterzugeben.

Griechenland schließt sich einer schnell wachsenden Gruppe von Ländern an, die Jugendlichen Social-Media-Einschränkungen auferlegen. Australien war im Dezember das erste Land, das eine solche Gesetzgebung für unter 16-Jährige verabschiedete. Plattformen müssen seitdem Konten von Nutzern unter 16 löschen oder mit Strafen von bis zu 28 Millionen Euro rechnen. Seit Inkrafttreten wurden bereits über 4,7 Millionen Profile gesperrt.

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Die BBC stellt Griechenlands Entscheidung in den Kontext eines breiteren europäischen Regulierungstrends und betont den wachsenden internationalen Konsens zum Jugendschutz im digitalen Raum. Dabei werden auch die Herausforderungen bei der Durchsetzung aus Sicht der Industrie thematisiert. Die Perspektive spiegelt auch die eigenen Konsultationen des Vereinigten Königreichs zu ähnlichen Maßnahmen wider.