Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen wies Donald Trumps Charakterisierung des arktischen Territoriums als ein "schlecht geführtes Stück Eis" zurück und forderte die NATO-Verbündeten auf, das Völkerrecht angesichts der eskalierenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt zu verteidigen.

Trumps jüngster Ausbruch erfolgte am Mittwoch, als er seine Frustration über die zögerliche Haltung der NATO gegenüber seinem mit Israel gestarteten Militärschlag gegen den Iran zum Ausdruck brachte. Der US-Präsident griff das Bündnis in den sozialen Medien an und behauptete, es sei nicht zur Stelle gewesen, wenn es gebraucht wurde, und bezog sich dabei auch auf seine territorialen Ambitionen.

Wir sind kein Stück Eis. Wir sind eine stolze Bevölkerung von 57.000 Menschen, die jeden Tag als gute Weltbürger in vollem Respekt vor allen unseren Verbündeten arbeiten

Jens-Frederik Nielsen, Premierminister von Grönland — Reuters

Die scharfe Reaktion unterstreicht die wachsenden Risse innerhalb der NATO, da Trumps Krieg gegen den Iran das Bündnis belastet. Europäische Verbündete zeigen sich zunehmend besorgt, in einen Konflikt hineingezogen zu werden, den sie nicht autorisiert haben, während Trump eine stärkere Unterstützung für seine Strategie im Nahen Osten fordert.

Nielsen betonte die Fragilität der internationalen Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg und warnte, dass grundlegende Institutionen beispiellosen Herausforderungen gegenüberstehen. Seine Äußerungen spiegeln die breiteren europäischen Bedenken wider, dass amerikanischer Unilateralismus jahrzehntelange multilaterale Zusammenarbeit untergräbt.

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Kritisch

Al Jazeera stellt Trumps Äußerungen als Teil eines breiteren amerikanischen Unilateralismus dar, der das Völkerrecht und die Nachkriegsordnung bedroht. Der Sender betont die Würde und Souveränität Grönlands und unterstreicht die europäische Solidarität gegen die territorialen Ambitionen der USA – eine Haltung, die Katars Position als nicht-allierter Staat widerspiegelt, der westliche Machtprojektion kritisch sieht.