Papst Leo XIV. übte am Samstag bei seiner Ankunft in Angola eine scharfe Kritik am extraktiven Kapitalismus und verurteilte die von ihm so bezeichnete „extraktive Logik“, die in ganz Afrika Leid und Umweltzerstörung verursacht.
Auf Portugiesisch sprach der Pontifex im Präsidentenpalast in Luanda zu Regierungsvertretern, Diplomaten und Vertretern der Zivilgesellschaft am ersten Tag seines dreitägigen Besuchs in dem ölreichen Land. Angola ist die dritte Station seiner elftägigen Afrikareise, die in Algerien begann und über Kamerun führte.
Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen werden durch diese extraktive Logik verursacht!
Papst Leo XIV. — RFI
Die Kritik des Papstes richtete sich gegen die Ausbeutung der reichhaltigen natürlichen Ressourcen Angolas, darunter Öl, Gas und Diamanten, die trotz des erwirtschafteten Reichtums einen Großteil der Bevölkerung nicht aus der Armut befreit haben. Leo XIV. argumentierte, dass mächtige Interessen afrikanische Staaten weiterhin vor allem als Quellen der Rohstoffgewinnung und nicht als Partner in der Entwicklung betrachten.
Angola ist zwar seit 2002 aus einem verheerenden 27-jährigen Bürgerkrieg hervorgegangen, doch das Land kämpft weiterhin mit hohen Armutsraten und extremer Ungleichheit. Die Botschaft des Papstes fand vor dem Hintergrund der kolonialen Ausbeutung und der anhaltenden Probleme bei der Ressourcenverwaltung besonders starke Resonanz.
Französische Medien betrachten die Geschichte durch eine postkoloniale Linse und heben die Kritik des Papstes am extraktiven Kapitalismus hervor, während sie diplomatisch ausgewogen bleiben. Sie unterstreichen Frankreichs historische Verbindungen zur afrikanischen Entwicklungsdebatte, ohne französische Interessen an der Rohstoffausbeutung direkt zu thematisieren.