Russland wird einen zweiten Öltanker nach Kuba entsenden, wie Energieminister Sergey Tsivilev am Donnerstag bekannt gab. Moskau setzt damit seine Herausforderung der US-Brennstoffblockade fort, die die Karibikinsel seit drei Monaten in eine Energiekrise stürzt.
Die Ankündigung erfolgt nur wenige Tage, nachdem der unter russischer Flagge fahrende Tanker *Anatoly Kolodkin* mit rund 100.000 Tonnen Rohöl im Hafen von Matanzas eingetroffen ist – die erste bedeutende Öllieferung nach Kuba seit Januar.
Ein Schiff der Russischen Föderation hat die Blockade durchbrochen. Nun wird der zweite beladen. Wir werden die Kubaner nicht im Stich lassen.
Sergey Tsivilev, russischer Energieminister — TASS
Die Äußerungen des russischen Ministers folgten einem Treffen in St. Petersburg mit kubanischen Vertretern am 1. April. Damit unterstreicht Moskau seine Unterstützung für den karibischen Verbündeten trotz wachsendem Druck aus den USA. Der Zeitpunkt unterstreicht Russlands strategische Überlegung, seinen Einfluss in der traditionellen Einflusssphäre Amerikas zu wahren.
Kuba kämpft seit der Verhängung eines umfassenden Brennstoffembargos durch die Trump-Administration Ende Januar mit schweren Energiekurz. Die Blockade schnitt die Insel von ihren wichtigsten Öllieferanten ab, darunter Mexiko und Venezuela, nachdem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro Anfang Januar von US-Streitkräften festgenommen worden war.
Stellt Russlands Öllieferungen als humanitäre Unterstützung für einen belagerten Verbündeten dar. Betont Moskaus moralische Verpflichtung, Kuba gegen die von ihm als amerikanische Wirtschaftskriegsführung bezeichnete Politik zu unterstützen.