Präsident Donald Trump drohte einem Journalisten, der über die Rettung eines US-Fliegers im Iran berichtet hatte, damit, ihn wegen Verstoßes gegen die nationale Sicherheit ins Gefängnis zu stecken, falls dieser seine Quelle nicht preisgebe.

Trump äußerte diese Drohung während einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Montag und richtete sie gegen einen namentlich nicht genannten Reporter, der als Erster öffentlich gemacht hatte, dass US-Rettungskräfte einen der beiden abgeschossenen Piloten eines F-15E-Kampfjets über dem Iran am Freitag erfolgreich geborgen hatten.

Wir werden zu dem Medienunternehmen gehen, das es veröffentlicht hat, und wir werden sagen: 'Nationale Sicherheit, gebt es heraus oder geht ins Gefängnis.'

Donald Trump, US-Präsident — Al-Monitor

Der Präsident behauptete, der Leak habe die laufende Operation zur Rettung des zweiten Piloten gefährdet, obwohl dieser nach 36 Stunden auf feindlichem Gebiet schließlich ebenfalls erfolgreich geborgen wurde. Trump argumentierte, die iranischen Streitkräfte seien erst durch die Medienberichte über die erste Rettung darauf aufmerksam geworden, dass noch ein zweiter Amerikaner vermisst wurde.

Mehrere Medien, darunter The New York Times, CBS News und Axios, berichteten innerhalb kurzer Zeit über die erste Rettung, doch Trump nannte weder eine bestimmte Organisation noch einen bestimmten Journalisten, den er ins Visier nehmen wolle. Das Weiße Haus hat nicht klargestellt, welcher Reporter möglicherweise strafrechtlich verfolgt werden soll.

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Al Jazeera stellt Trumps Drohung als Teil eines umfassenden Musters von Angriffen auf die Pressefreiheit dar und betont die eskalierende Natur, Journalisten mit Gefängnis zu bedrohen. Der Sender hebt den Widerspruch zwischen Trumps Behauptungen und der früheren Berichterstattung iranischer Medien hervor, die die nationale Sicherheitsbegründung der Regierung untergräbt.