Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Sonntag in Damaskus mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa zusammen. Damit fand der erste Besuch eines ukrainischen Staatsoberhaupts in Syrien statt und markiert eine rasche diplomatische Wende zwischen den beiden Ländern.
Die Staatschefs einigten sich auf eine Ausweitung der Sicherheitszusammenarbeit, da die Ukraine ihr im Krieg gegen Russland erworbenes Fachwissen auf dem Schlachtfeld nutzt, um neue Partnerschaften im Nahen Osten aufzubauen. Selenskyjs Besuch erfolgt vor dem Hintergrund des eskalierenden US-israelischen Konflikts mit dem Iran und schafft Möglichkeiten für die Ukraine, sich als wertvoller Sicherheitspartner in der Region zu positionieren.
Wir haben vereinbart, gemeinsam daran zu arbeiten, mehr Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Gesellschaften zu schaffen.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident — Telegram
Der diplomatische Durchbruch stellt eine erstaunliche Kehrtwende dar: Noch vor sechzehn Monaten hatte Syrien unter Baschar al-Assad im Juni 2022 die russische Souveränität über besetzte ukrainische Gebiete anerkannt. Diese Entscheidung veranlasste Kiew, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen und einen Handelsboykott gegen Damaskus zu verhängen.
Assads Flucht nach Moskau im Dezember 2024 nach einem raschen Vorrücken der Opposition ebnete den Weg für eine erneute Annäherung. Die Ukraine reagierte umgehend und baute die Beziehungen zur neuen syrischen Führung wieder auf. Außenminister Andrij Sybiha besuchte Damaskus innerhalb weniger Tage nach Assads Abreise, und die Ukraine lieferte 500 Tonnen Weizenmehl im Rahmen ihres Programms „Getreide aus der Ukraine“.