Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Sonntag zu einem nicht angekündigten Treffen mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa in Damaskus ein. Dies markiert einen bedeutenden diplomatischen Schwenk, da die Ukraine nach dem Zusammenbruch der russlandfreundlichen Regierung unter Baschar al-Assad ihren Einfluss im Nahen Osten ausbauen will.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen militärische Zusammenarbeit und der Austausch von Sicherheitserfahrungen. Dabei baute die Ukraine auf ihr vierjähriges Kriegserfahrung im Umgang mit Drohnen- und Raketenangriffen auf. Beide Staatschefs zeigten großes Interesse an einer Verteidigungskooperation, während Syrien unter neuer Führung sein Sicherheitsapparat neu aufbaut.

Wir haben vereinbart, gemeinsam daran zu arbeiten, mehr Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Gesellschaften zu schaffen. Es besteht großes Interesse am Austausch militärischer und sicherheitstechnischer Erfahrungen.

Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident — Ukrainska Pravda

Der Besuch in Damaskus krönt eine einwöchige diplomatische Tour durch den Nahen Osten, die Selenskyj von Saudi-Arabien über die Türkei führte. In den letzten Wochen hat sich die Ukraine als Anbieter von Verteidigungstechnologie in der Region positioniert. Sie bietet Ländern am Golf, die mit iranischen Raketen- und Drohnenbedrohungen konfrontiert sind, das Know-how aus ihrem Konflikt mit Russland an.

Neben militärischer Zusammenarbeit sprachen die Staatschefs über die Rolle der Ukraine als Getreidelieferant und gemeinsame Möglichkeiten zur Stärkung der regionalen Ernährungssicherheit. Selenskyj verwies auf die Infrastruktur- und Energieprobleme Syriens nach dem Sturz Assads im Dezember 2024 und signalisierte damit mögliche ukrainische Beteiligung an Wiederaufbaubemühungen.