Die Vereinigten Staaten und der Iran konnten sich nach 21-stündigen direkten Verhandlungen in Islamabad nicht auf eine Einigung verständigen. Damit scheiterten die hochrangigsten direkten Gespräche zwischen den beiden Ländern seit der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979.
Vizepräsident JD Vance gab am Sonntagabend das Scheitern der Gespräche bekannt und erklärte, der Iran habe die amerikanischen Bedingungen abgelehnt, die einen verbindlichen Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen vorsahen. Die Marathonverhandlungen, die unter einer fragilen zweitägigen Waffenruhe stattfanden, betrafen die Kontrolle des Iran über die Schifffahrtsroute Straße von Hormus sowie Teherans Forderungen nach der Freigabe eingefrorener Vermögenswerte.
Die schlechte Nachricht ist, dass wir keine Einigung erzielt haben. Ich denke, das ist für den Iran eine viel schlechtere Nachricht als für die Vereinigten Staaten von Amerika.
JD Vance, Vizepräsident der USA — Yonhap News
Die Verhandlungen stellten ein außergewöhnliches diplomatisches Risiko der Trump-Administration dar. Vance leitete eine Delegation, zu der auch der Sondergesandte für den Nahen Osten, Steve Witkoff, und der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, gehörten. Auf iranischer Seite waren Außenminister Abbas Araghchi und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf vertreten.
Die Entwicklung von Atomwaffen erwies sich als zentraler Streitpunkt. Vance betonte, dass Washington von Teheran nicht nur einen Verzicht auf aktuelle Atomambitionen, sondern auch auf jede langfristige Möglichkeit zur Herstellung von Atomwaffen sehen müsse.
Deutsche Berichterstattung betont die gegenseitigen Vorwürfe beider Seiten, die sich gegenseitig „überzogene Forderungen“ vorwerfen. Die Darstellung spiegelt europäische Bedenken wider, dass das diplomatische Scheitern die Spannungen im Nahen Osten verschärfen und globale Energiemärkte sowie die regionale Stabilität gefährden könnte.