Europa verfügt noch etwa sechs Wochen an Jet-Treibstoffreserven, wie die Internationale Energieagentur (IEA) am Donnerstag warnte. Die anhaltende Schließung der Straße von Hormus blockiert weiterhin kritische Energieversorgung aus dem Nahen Osten.

Die strategische Schifffahrtsroute wird seit über sechs Wochen von Iran blockiert, nachdem die USA und Israel militärische Maßnahmen ergriffen hatten. Dadurch sind etwa 75 % der europäischen Jet-Treibstoff-Importe abgeschnitten, und die Preise steigen weltweit stark an.

Früher gab es eine Band namens 'Dire Straits'. Jetzt ist es eine 'dire strait' – und das wird massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Je länger das andauert, desto schlimmer wird es für das weltweite Wirtschaftswachstum und die Inflation.

Fatih Birol, IEA-Exekutivdirektor — The Independent

Die Fluggesellschaften in Europa spüren die Auswirkungen bereits. EasyJet gab an, im vergangenen Monat zusätzliche 25 Millionen Pfund für Jet-Treibstoff ausgegeben zu haben und erwartet Verluste von bis zu 560 Millionen Pfund für das erste Halbjahr. Ryanair erwägt, 10 % seiner Flüge zu streichen, während die skandinavische Airline SAS diesen Monat bereits über 1.000 Flüge gestrichen hat.

Der monatliche Ölmarktbericht der IEA zeigt, dass europäische Länder versuchen, die verlorenen Lieferungen aus dem Golf durch Importe aus den USA und Nigeria zu ersetzen. Selbst wenn alle US-Exporte an Jet-Treibstoff nach Europa umgeleitet würden, könnten sie nur etwas mehr als die Hälfte der verlorenen Lieferungen aus dem Nahen Osten ersetzen.

◈ So sieht die Welt diese Nachricht2 perspektiven
Gespalten · Kritisch / Analytisch1 Kritisch1 Analytisch
🇬🇧United Kingdom
The Independent
Kritisch

Rahmt die Krise als direkte Folge der Blockadepolitik von Trump und betont die wirtschaftlichen Auswirkungen auf britische Reisende und Unternehmen. Der Artikel hebt die Verluste der heimischen Airlines und das mögliche Chaos für britische Urlaubsreisen hervor und stellt die Geschichte als politisches Versagen mit unmittelbaren Verbraucherfolgen dar.

🇮🇳India
NDTV
Analytisch

Rahmt die Krise aus globaler wirtschaftlicher Perspektive und betont, dass es sich um die 'größte Energiekrise aller Zeiten' handelt. Besonders im Fokus stehen die Auswirkungen auf asiatische Volkswirtschaften. Der Artikel positioniert Indien als eines der am stärksten betroffenen Länder, ohne eine bestimmte Partei direkt zu kritisieren.

KI-Interpretation
Die Perspektiven werden von KI aus echten Artikeln unserer Quellen synthetisiert. Jedes Medium und jedes Land entspricht einer tatsächlichen Nachrichtenquelle, die in der Analyse dieser Meldung verwendet wurde.

Die Agentur skizziert düstere Szenarien für die kommenden Monate. Falls Europa nicht mehr als 50 % der Importe aus dem Nahen Osten ersetzen kann, könnten ab Juni an einzelnen Flughäfen physische Engpässe auftreten, die zu Flugausfällen führen. Selbst wenn drei Viertel der Lieferungen ersetzt werden könnten, wären ähnliche Störungen bis August möglich.

Ich kann Ihnen sagen, dass wir bald Nachrichten hören werden, dass einige Flüge von Stadt A nach Stadt B aufgrund von Jet-Treibstoffmangel gestrichen werden müssen.

Fatih Birol, IEA-Exekutivdirektor — The Independent

Die Krise betrifft nicht nur Europa. Asiatische Länder wie Japan, Südkorea, Indien, China, Pakistan und Bangladesch werden voraussichtlich am stärksten betroffen sein, da große Raffinerienationen wie Südkorea, Indien und China stark von Rohölimporten aus dem Nahen Osten für ihre eigene Jet-Treibstoffproduktion abhängen.

Die Fluggesellschaften passen bereits ihre Operationen und Preise an. Ein Sprecher von Ryanair erklärte, dass Treibstofflieferanten die Versorgung nur bis Mitte bis Ende Mai garantieren können. Die zukünftige Verfügbarkeit hänge davon ab, ob sich der Konflikt mit dem Iran bald löse. EasyJet berichtete, dass die Buchungen für die Sommermonate im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte zurückgegangen seien.

Die britische Regierung erklärte, sie arbeite mit Treibstofflieferanten und Airlines zusammen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Dabei betonte sie, dass britische Airlines derzeit keine Versorgungsengpässe melden. Airlines UK bestätigte laufende Gespräche über regulatorische Maßnahmen, die möglicherweise nötig werden, falls Treibstoffknappheit eintritt.

Unklar bleibt, ob alternative Lieferketten schnell genug ausgebaut werden können, um weitverbreitete Flugausfälle während der wichtigen Sommersaison zu verhindern. Die europäischen Märkte versuchen derzeit, Ersatzlieferungen aus nicht-nahöstlichen Quellen zu beschaffen.