Der Iran lehnte die am Dienstag von Präsident Trump gesetzte Frist für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ab. Offizielle Stellen forderten zunächst eine Entschädigung für Kriegsschäden, bevor Schiffen die Passage durch den lebenswichtigen Energiekorridor wieder gestattet werden soll.
Trump hatte am Sonntag ein Ultimatum gestellt und gedroht, iranische Kraftwerke und Brücken anzugreifen, falls Teheran die Meerenge bis Dienstag, 20 Uhr ET, nicht wieder öffne. In einem mit Schimpfwörtern gespickten Social-Media-Post warnte er, der Iran werde in der „Hölle“ leben, wenn er nicht nachgebe.
Die Straße von Hormus wird erst wieder geöffnet, wenn alle durch den auferlegten Krieg verursachten Schäden durch ein neues rechtliches Regime ausgeglichen werden – unter Verwendung eines Teils der Einnahmen aus Transitgebühren.
Seyyed Mehdi Tabatabai, Sprecher des iranischen Präsidenten — NPR
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, wies das Ultimatum zurück und erklärte, Verhandlungen seien „unvereinbar mit Ultimaten und Drohungen, Kriegsverbrechen zu begehen“. Die iranische UN-Mission warf Trump vor, „direkt und öffentlich zur Einschüchterung von Zivilisten aufzurufen“.
Hinter der öffentlichen Trotzreaktion blieben die diplomatischen Kanäle aktiv. Pakistans Generalstabschef Field Marshal Asim Munir führte nächtliche Verhandlungen mit US-Vizepräsident JD Vance, Sondergesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi.
Das Handelsblatt stellt Trump als unberechenbar dar, der zwischen Eskalation und dem Wunsch nach einem Ausweg schwankt, und betont die wirtschaftlichen Folgen für die europäische Energieversorgung. Die deutsche Perspektive unterstreicht Europas Verwundbarkeit gegenüber Energiekrisen im Nahen Osten und deutet den Konflikt eher als Folge amerikanischer Aggression denn als iranische Provokation.