Iran erklärte die Straße von Hormus am Freitag für den kommerziellen Schiffsverkehr wieder vollständig geöffnet, nachdem ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten war. Präsident Donald Trump präzisierte jedoch umgehend, dass die US-Seeblockade iranischer Häfen bestehen bleibe, bis ein umfassendes Abkommen erreicht sei.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi kündigte die Wiedereröffnung in einem sozialen Netzwerk an und erklärte, die strategische Wasserstraße bleibe für die Dauer des Waffenstillstands für alle Handelsschiffe zugänglich. Die Meerenge, die etwa 20 % des globalen Öltransports abwickelt, war seit Ende Februar effektiv geschlossen, als der US-israelische Krieg gegen den Iran begann.

Im Einklang mit dem Waffenstillstand im Libanon wird der Durchgang für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormus für den verbleibenden Zeitraum des Waffenstillstands auf der bereits von der Hafen- und Seefahrtsorganisation der Islamischen Republik Iran bekannt gegebenen Route vollständig geöffnet.

Abbas Araghchi, iranischer Außenminister — X

Trump feierte die Ankündigung zunächst auf seiner Plattform Truth Social, fügte jedoch schnell Bedingungen hinzu. Während er Irans Entscheidung begrüßte, betonte er, dass die zu Beginn der Woche verhängte US-Blockade weiterhin spezifisch iranische Schiffe und Häfen ins Visier nehmen werde.

Die Seeblockade bleibt in vollem Umfang und mit Wirkung für den Iran bestehen, bis unsere Vereinbarung mit dem Iran zu 100 % abgeschlossen ist. Dieser Prozess sollte sehr schnell voranschreiten, da die meisten Punkte bereits verhandelt sind.

Donald Trump, US-Präsident — Truth Social

Die Ölpreise sanken nach Irans Ankündigung deutlich und entlasteten die globalen Märkte, die seit der Schließung der Meerenge stark schwankten. Die Wiedereröffnung der Wasserstraße beseitigt zwar ein großes Hindernis für die breiteren Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran, doch bleiben erhebliche Hürden bestehen.

Die Entwicklung fiel mit der Umsetzung eines von den USA vermittelten Waffenstillstands zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zusammen. Iran hatte zuvor die Schließung der Meerenge mit israelischen Angriffen auf den Libanon verknüpft, wo Teherans Verbündeter Hisbollah operiert. Der zehntägige Waffenstillstand kann durch gegenseitige Vereinbarung verlängert werden.

Iranische Militärvertreter klärten auf, dass zwar Handelsschiffe die Meerenge auf festgelegten Routen mit Genehmigung der Marine der Revolutionsgarden durchqueren könnten, militärische Schiffe jedoch weiterhin verboten blieben. Diese teilweise Einschränkung spiegelt die anhaltenden Spannungen trotz der diplomatischen Öffnung wider.

Trumps Entscheidung, die Blockade aufrechtzuerhalten, scheint darauf abzuzielen, den Druck auf den Iran während der laufenden Verhandlungen aufrechtzuerhalten. Der Präsident deutete wiederholt an, dass Gespräche bereits an diesem Wochenende in Islamabad wiederaufgenommen werden könnten, obwohl die Logistik eine solche zeitliche Planung zunehmend unwahrscheinlich macht.

Der Konflikt hat in der Region eine schwere Bilanz gefordert: Mindestens 3.000 Tote im Iran, über 2.100 im Libanon, 23 in Israel und mehr als ein Dutzend in den Golfstaaten. Seit Beginn der Kämpfe wurden zudem 13 US-Soldaten getötet.

Europäische Führungskräfte begrüßten die Wiedereröffnung der Meerenge, forderten jedoch dauerhaften Zugang. Der Internationale Währungsfonds hatte in dieser Woche gewarnt, dass ein anhaltender Konflikt die globale Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte, während Energieexperten vor verschärften Versorgungsengpässen bei einer anhaltenden Schließung der Wasserstraße warnten.

◈ So sieht die Welt diese Nachricht6 perspektiven
Überwiegend Analytisch5 Analytisch1 Kritisch
🇺🇸United States
NPR
Analytisch

US-Medien präsentieren dies als diplomatischen Durchbruch, der jedoch durch anhaltende Drucktaktiken gemildert wird. Sie betonen Trumps bedingte Reaktion und laufende Verhandlungen und stellen die Blockade als Hebelwirkung dar, nicht als Eskalation.

🇮🇳India
The Hindu
Analytisch

Indische Medien konzentrieren sich auf die wirtschaftlichen Auswirkungen und globalen Marktentwicklungen, insbesondere auf Ölpreisschwankungen und Lieferketten. Sie betrachten die Geschichte durch die Linse der globalen wirtschaftlichen Stabilität und nicht der US-Iran-Rivalität.

🇹🇷Turkey
Daily Sabah
Analytisch

Türkische Medien betonen regionale Stabilitätsbedenken und den Zusammenhang mit dem Waffenstillstand im Libanon. Sie präsentieren die türkische Perspektive als regionale Großmacht, die an Deeskalation interessiert ist, und weisen auf die unvollständige Natur der Lösung hin.

🇦🇺Australia
ABC News Australia
Analytisch