Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gab am Donnerstag bekannt, dass er sein Kabinett angewiesen habe, „so bald wie möglich“ direkte Verhandlungen mit dem Libanon aufzunehmen. Dies markiert einen diplomatischen Kurswechsel angesichts der verschärften Militäroffensive Israels gegen Hisbollah-Ziele.
Angesichts der wiederholten Bitten des Libanon, direkte Verhandlungen mit Israel zu eröffnen, habe ich gestern (Mittwoch) das Kabinett angewiesen, so bald wie möglich direkte Gespräche mit dem Libanon aufzunehmen.
Benjamin Netanyahu, israelischer Ministerpräsident — France 24
Laut Angaben aus Netanyahus Büro sollen sich die Verhandlungen auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Herstellung friedlicher Beziehungen zwischen den beiden Ländern konzentrieren. Die Ankündigung erfolgte nur einen Tag nach Israels schwersten Angriffen auf libanesisches Gebiet seit Beginn des Konflikts.
Der Libanon hat in den vergangenen 24 Stunden einen vorübergehenden Waffenstillstand gefordert, um breitere diplomatische Gespräche zu ermöglichen, wie ein hochrangiger libanesischer Beamter gegenüber Reuters erklärte. Diese vorgeschlagene Regelung würde „einer separaten Spur, aber demselben Modell“ folgen wie der fragile Waffenstillstand, der kürzlich von Pakistan zwischen den USA und dem Iran vermittelt wurde.
Für die potenziellen Gespräche wurde weder ein Datum noch ein Ort festgelegt. Libanesische Offizielle betonten jedoch, dass die USA als Vermittler und Garant für jede Vereinbarung fungieren müssten. Die diplomatische Initiative fällt in eine Zeit, in der israelische Evakuierungsbefehle nun über die südlichen Vororte Beiruts hinausgehen und Gebiete in der Nähe des einzigen Flughafens der Hauptstadt einschließen.