Israels Premierminister Benjamin Netanyahu kündigte am Sonntag an, dass er die Armee angewiesen habe, die bestehende Sicherheitspufferzone im Süden des Libanons weiter auszuweiten, während Israel weiterhin gegen die Hisbollah vorgeht und sich mit eskalierenden Spannungen mit dem Iran an mehreren Fronten konfrontiert sieht.
Ich habe soeben die Armee angewiesen, die bestehende Sicherheitszone weiter auszuweiten
Benjamin Netanyahu, israelischer Premierminister — France 24
Die Anweisung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem israelische Streitkräfte Bodenoperationen und Luftangriffe im Süden des Libanons durchführen. Netanyahu erklärte, die Ausweitung der Pufferzone diene dazu, Bedrohungen durch Hisbollah-Milizen zu neutralisieren und den Beschuss mit Panzerabwehrraketen von Israels nördlicher Grenze fernzuhalten. Die israelische Armee hatte zuvor Pläne angekündigt, eine Pufferzone bis zum Litani-Fluss zu errichten, der etwa 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze liegt.
Bei einem Besuch im Nordkommando Israels räumte Netanyahu ein, dass die Hisbollah trotz erheblicher Verluste durch israelische Angriffe weiterhin in der Lage sei, Raketen abzufeuern. Das libanesische Gesundheitsministerium berichtet, dass israelische Angriffe und Bodenoperationen in Libanon mehr als 1.200 Menschen das Leben gekostet haben, darunter Zivilisten und medizinisches Personal. Quellen der Hisbollah geben an, dass seit Beginn der Kämpfe Anfang März über 400 ihrer Kämpfer getötet wurden.
Der Iran ist nicht mehr derselbe Iran, die Hisbollah ist nicht mehr dieselbe Hisbollah, und die Hamas ist nicht mehr dieselbe Hamas
Benjamin Netanyahu, israelischer Premierminister — The Hindu
Der Konflikt hat sich über den Libanon hinaus ausgeweitet: Israelische Streitkräfte starteten neue Angriffe auf Teheran, nachdem sie Raketenstarts aus dem Iran registriert hatten. Die Eskalation hat globale wirtschaftliche Folgen, da die de facto Schließung der Straße von Hormus durch den Iran die Ölpreise weltweit in die Höhe treibt. Der Preis für West Texas Intermediate stieg auf über 100 US-Dollar pro Barrel, während Brent-Rohöl etwa 116 US-Dollar erreichte.
Die Gewalt hat auch internationale Friedensmissionen beeinträchtigt: Die UN-Friedensmission im Libanon teilte mit, dass ein Friedensstifter getötet und ein weiterer schwer verletzt wurde, als ein Projektil in ihrer Position nahe dem südlibanesischen Dorf Adchit al-Qusayr explodierte. UNIFIL erklärte, sie untersuche die Herkunft des Projektils.
Unterdessen hat das israelische Parlament den Haushalt für 2026 mit deutlich erhöhten Verteidigungsausgaben verabschiedet. Die Vorlage passierte mit 62 Ja- gegen 55 Nein-Stimmen. Der Haushalt spiegelt Israels Engagement wider, die Operationen an mehreren Fronten aufrechtzuerhalten, während sich der Konflikt regional ausweitet.