Papst Leo XIV sprach am Freitag vor 120.000 Katholiken im Stadion von Japoma in Douala und richtete seine bisher deutlichste Botschaft gegen Gewalt aus – die größte Versammlung seiner laufenden Afrikareise. Der amerikanische Pontifex wandte sich an Menschen, die teilweise die ganze Nacht auf Matten vor dem Veranstaltungsort verbracht hatten und sich mit Schirmen vor der drückenden Hitze schützten.
Der Papst erkannte die weitverbreiteten Leiden in Kamerun an und forderte friedliche Lösungen für die Herausforderungen des Landes. Seine Ansprache erfolgte unter strenger Sicherheit in der Hafenstadt Douala, dem wirtschaftlichen Zentrum Kameruns, wo Gläubige aus der gesamten Region zusammengekommen waren. Veranstalter hatten das Ereignis als Höhepunkt der Reise beworben.
Gebt euch nicht Misstrauen und Mutlosigkeit hin. Lehnt jede Form von Missbrauch oder Gewalt ab, die durch vermeintlich leichte Gewinne täuscht, aber das Herz verhärtet und abgestumpft macht.
Papst Leo XIV — Channel NewsAsia
Leos Botschaft richtete sich sowohl an einzelne Gläubige als auch an politische Verantwortungsträger. Er bezog sich dabei auf die biblische Geschichte von Jesus, der mit fünf Broten und zwei Fischen Tausende speiste. In seiner Ansprache, die hauptsächlich auf Französisch und teilweise auf Englisch gehalten wurde, forderte er diejenigen mit „sozialer und politischer Verantwortung“ auf, sich um die Bedürfnisse leidender Bevölkerungsgruppen zu kümmern.
Die Messe in Douala markierte einen Wandel im Ton von Leo, der während seiner elftägigen Afrikareise zunehmend deutlicher geworden ist. Bereits zu Beginn der Woche hatte er „Tyrannen, die die Welt verwüsten“ verurteilt und „neokoloniale“ Mächte kritisiert – eine Kritik, die die Aufmerksamkeit von US-Präsident Donald Trump erregte, der sich öffentlich mit dem Pontifex über dessen pazifistische Positionen gestritten hatte.
France 24 betrachtet die Geschichte aus humanitärer Perspektive und betont den Friedensappell des Papstes angesichts von Armut, ohne auf politische Spannungen einzugehen. Die Berichterstattung spiegelt Frankreichs traditionelle Rolle als ehemalige Kolonialmacht wider, die diplomatische Neutralität wahren möchte, während afrikanische Entwicklungsherausforderungen hervorgehoben werden.
CNA stellt die konfrontative Haltung des Papstes gegenüber Trump und seine zunehmend deutliche Rhetorik in den Mittelpunkt. Die Darstellung positioniert die Geschichte im Kontext der Spannungen zwischen den USA und dem Vatikan. Die Berichterstattung spiegelt Singapurs Perspektive als neutraler Beobachter westlicher politischer Dynamiken wider, während religiöse Diplomatie thematisiert wird.
SCMP konzentriert sich auf die spektakulären Aspekte und Sicherheitsvorkehrungen und hebt Trumps Kritik am Papst hervor. Die Berichterstattung spiegelt Hongkongs Position als internationales Finanzzentrum wider, das globale politische Spannungen beobachtet. Der Fokus liegt auf der wachsenden Entschlossenheit des Papstes, weltweite Führungspersönlichkeiten herauszufordern.
Das Ereignis am Freitag verzichtete auf offene politische Botschaften und konzentrierte sich stattdessen auf spirituelle Führung für eine Bevölkerung, die unter wirtschaftlicher Not leidet. Der Papst erhielt traditionelle Geschenke, darunter einen Zeremonielltisch, einen Königsthron und eine Kalebasse, bevor er das Saint-Paul-Krankenhaus besuchte, um seinen Aufenthalt in Douala abzuschließen.
Leos Afrikareise begann mit einem historischen ersten Papstbesuch in Algerien und führte ihn weiter nach Kamerun. Die 18.000 Kilometer lange Reise führt über Angola und Äquatorialguinea und endet am 23. April. Damit ist es die umfangreichste päpstliche Präsenz auf dem Kontinent seit Jahren.
Der massive Zulauf in Douala unterstrich den Einfluss der katholischen Kirche in Afrika, wo über 250 Millionen Gläubige leben. Leos Betonung von Gewaltverzicht hat in Kamerun besonderes Gewicht, wo seit 2017 bewaffnete Konflikte in den englischsprachigen Regionen Hunderttausende in die Flucht getrieben haben.