Der Pharmakonzern Pfizer hat bekannt gegeben, dass sein experimenteller Lyme-Borreliose-Impfstoff in Phase-3-Studien eine Wirksamkeit von 70 Prozent gezeigt hat. Dies ist ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die durch Zecken übertragene Krankheit, die jährlich Hunderttausende Menschen in Nordamerika und Europa betrifft.

Der Impfstoff, bezeichnet als VLA15, ist der erste potenzielle Lyme-Borreliose-Impfstoff, der in über zwei Jahrzehnten eine fortgeschrittene Testphase erreicht hat. Das Produkt wurde in Partnerschaft mit dem österreichischen Biotech-Unternehmen Valneva entwickelt und ist ein Drei-Dosen-Impfstoff, der auf das Oberflächenprotein A (OspA) des Bakteriums Borrelia burgdorferi abzielt, dem primären Erreger der Lyme-Borreliose.

Die Ergebnisse der Phase-3-Studie, an der etwa 6.000 Teilnehmer im Alter von 5 Jahren und älter aus endemischen Regionen in den USA und Europa teilnahmen, zeigten, dass der Impfstoff in 70 Prozent der Fälle während des primären Analysezeitraums symptomatische Lyme-Borreliose verhinderte. Die Wirksamkeit stieg bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 65 Jahren auf 75 Prozent.

Der Zeitpunkt dieser Ergebnisse fällt mit wachsenden Bedenken von Experten im Bereich der öffentlichen Gesundheit zusammen, die sich auf die Ausbreitung von Zeckenpopulationen und längere aktive Jahreszeiten aufgrund des Klimawandels beziehen. Wärmere Temperaturen haben den Zeitraum verlängert, in dem Hirschzecken, die primären Überträger der Lyme-Borreliose, aktiv bleiben und Blutmahlzeiten von Menschen und Tieren suchen.

Die Fälle von Lyme-Borreliose in den USA haben sich seit den 1990er Jahren verdreifacht. Die Centers for Disease Control and Prevention schätzen, dass jährlich über 476.000 Amerikaner diagnostiziert und behandelt werden. Die Frühsymptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und der charakteristische Erythema-migrans-Ausschlag. Ohne prompte Antibiotika-Behandlung kann die Infektion auf Gelenke, das Herz und das Nervensystem übergreifen.

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Amerikanische Medien konzentrieren sich auf den FDA-Zulassungsprozess und steigende Zeckenaktivität in Neuengland und betonen die regionalen Auswirkungen auf die Gesundheit

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Der bisherige Lyme-Impfstoff LYMErix wurde 2002 vom Markt genommen, nachdem über potenzielle Autoimmun-Nebenwirkungen berichtet wurde, obwohl Behördenprüfungen nie einen ursächlichen Zusammenhang definitiv nachwiesen. Der neue Impfstoffkandidat hat in Studien ein anderes Sicherheitsprofil gezeigt, wobei die meisten Nebenwirkungen milde bis moderate Injektionsstellen-Reaktionen waren.

Pfizer plant, in den kommenden Monaten Anträge auf Zulassung bei der Food and Drug Administration und der Europäischen Arzneimittel-Agentur einzureichen. Falls genehmigt, würde der Impfstoff ein wichtiges neues Werkzeug zur Vorbeugung von Lyme-Borreliose darstellen, insbesondere für Personen, die in Hochrisikogebieten leben oder diese bereisen.

Experten im Bereich der öffentlichen Gesundheit betonen, dass eine Impfung bestehende Präventionsmaßnahmen ergänzen würde, diese aber nicht ersetzen würde, wie beispielsweise das Tragen von Schutzkleidung, die Verwendung von Insektenrepellentien und gründliche Zeckenkontrollen nach Outdoor-Aktivitäten in bewaldeten oder grasigen Gebieten.