Raspberry Pi hat am 1. April erhebliche Preiserhöhungen über seine gesamte Produktpalette bekannt gegeben – die dritte Anpassung seit Dezember 2025. Das 16-GB-Pi-5-Modell verzeichnete den stärksten Anstieg um 100 US-Dollar und kostet nun 305 US-Dollar, während 4-GB-Modelle sowohl in der Pi-4- als auch in der Pi-5-Serie um 25 US-Dollar teurer wurden.
Die Preiserhöhungen sind auf anhaltende Engpässe bei LPDDR4-Speicher zurückzuführen – der Art von Speicher, die in Pi-4- und Pi-5-Modellen verbaut wird. Dies stellt eine Abkehr von der traditionellen Preisstrategie des Unternehmens dar, da einige Modelle nun fast das Dreifache ihrer ursprünglichen Preise aus 2025 kosten.
Um die Auswirkungen abzumildern, führte Raspberry Pi ein neues 3-GB-Pi-4-Modell zum Preis von 83,75 US-Dollar ein, das zwischen bestehenden Konfigurationen positioniert ist. Das Unternehmen erreicht diese Kapazität vermutlich durch das Auflöten von zwei 1,5-GB-Speicherchips auf beiden Seiten der Platine – eine Konfiguration, die für das Pi 5 nicht verfügbar ist.
Die Erhöhungen variieren je nach Speicherkapazität. Die 8-GB-Modelle stiegen in beiden Linien (Pi 4 und Pi 5) um 50 US-Dollar, während der Spitzenreiter Pi 500+ (Tastaturcomputer) um 150 US-Dollar auf 430 US-Dollar zulegte. Compute-Module verzeichneten je nach Konfiguration Preisanstiege zwischen 11,25 und 100 US-Dollar.
Ältere Modelle mit LPDDR2-Speicher, darunter Pi 3 und Zero 2 W, bleiben von den Preiserhöhungen unberührt. Das Unternehmen verfügt über ausreichende Bestände dieses älteren Speichertyps und muss keine zusätzlichen Käufe zu aktuellen Marktpreisen tätigen.
Tecnoblog beschreibt die Preiserhöhungen als schockierende Abkehr vom traditionellen Preis-Leistungs-Verhältnis von Raspberry Pi. Das Portal betont, wie die dramatischen Preissprünge das Wertversprechen des Unternehmens mit jeder Erhöhung weiter untergraben.
Heise Online geht technisch ins Detail und erklärt die Mechanismen der Speicherknappheit sowie die Produktspezifikationen. Das Portal liefert detaillierte Preistabellen und erläutert die technischen Gründe für die Einführung des 3-GB-Modells.
Der Zeitpunkt der Preiserhöhungen fällt mit breiteren Halbleiter-Lieferengpässen zusammen, die mehrere Branchen betreffen. Die Speicherpreise steigen seit Ende 2025 kontinuierlich, was Hardwarehersteller dazu zwingt, die Kosten an die Verbraucher weiterzugeben oder Margendruck in Kauf zu nehmen.
Raspberry Pi folgt damit Strategien, die bereits in früheren Engpassphasen angewendet wurden – etwa durch die Einführung von Zwischenkonfigurationen, um eine gewisse Preiszugänglichkeit zu erhalten. Die Preiserhöhung aus Dezember 2025 führte bereits ein 1-GB-Pi-5-Modell als günstige Option ein.
Das Unternehmen verspricht, die Preiserhöhungen rückgängig zu machen, sobald die Speicherkosten sinken, allerdings gibt es keinen Zeitplan dafür. Aktuelle Marktbedingungen deuten darauf hin, dass die LPDDR4-Preise bis 2026 hoch bleiben könnten, da die Nachfrage aus Mobilgeräten und eingebetteten Systemen das Angebot weiterhin übersteigt.
Diese Preiserhöhungen stellen die Positionierung von Raspberry Pi als erschwingliche Computerplattform für Bildung und Hobbyprojekte infrage. Das Pi 4 mit 4 GB kostet nun 100 US-Dollar – doppelt so viel wie sein ursprünglicher Preis von 55 US-Dollar aus 2025.