Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Sonntag in Jordanien ein und setzte damit seine strategische Reise durch die Golfstaaten fort. Die Ukraine sucht dabei nach Möglichkeiten, ihre Verteidigungszusammenarbeit über die traditionellen westlichen Partner hinaus auszubauen. Der Besuch erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Kiew unter dem anhaltenden russischen Angriffskrieg und wachsender Unsicherheit über die zukünftige militärische Unterstützung des Westens steht.
Der Aufenthalt in Jordanien ist der jüngste Stopp in Selenskyjs umfassender diplomatischer Offensive im Nahen Osten, die bereits Besuche in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar umfasste. Die Reise unterstreicht den dringenden Bedarf der Ukraine, alternative Quellen für militärische Unterstützung und Finanzierung zu sichern, da das Land mit erheblichen Haushaltsdefiziten und der Herausforderung kämpft, die heimische Waffenproduktion aufrechtzuerhalten.
Heute in Jordanien. Sicherheit hat oberste Priorität, und es ist wichtig, dass alle Partner die notwendigen Anstrengungen dafür unternehmen. Die Ukraine leistet ihren Beitrag. Wichtige Treffen stehen noch an.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident — Al-Monitor
Der Zeitpunkt von Selenskyjs Golf-Tour fällt mit steigenden regionalen Spannungen zusammen, insbesondere im Zusammenhang mit den militärischen Aktivitäten des Irans. Die Ukraine positioniert sich als wertvoller Partner für die Golfstaaten, indem sie ihre in der Praxis erprobte Expertise in der Luftabwehr und fortschrittliche Drohnentechnologie anbietet – Fähigkeiten, die durch fast zwei Jahre Konflikt mit Russland weiterentwickelt wurden.
Bei seinen vorherigen Stationen konnte die Ukraine bereits am Samstag Verteidigungszusammenarbeitsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar unterzeichnen. Diese Partnerschaften stellen einen bedeutenden diplomatischen Erfolg für Kiew dar, da die Golfstaaten traditionell neutralere Positionen im Ukraine-Russland-Konflikt einnehmen und dabei ihre Beziehungen zu Großmächten ausbalancieren.