Die US-amerikanische freiberufliche Journalistin Shelly Kittleson wurde am Dienstagabend im Zentrum Bagdads von unbekannten Bewaffneten entführt. Dies ist die erste Entführung einer westlichen Reporterin seit der Eskalation der Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Irakische Sicherheitskräfte leiteten umgehend eine Verfolgungsjagd ein, bei der ein Fahrzeug der Entführer kenterte und ein Verdächtiger mit Verbindungen zu Kataib Hezbollah festgenommen wurde. Die Entführung ereignete sich in der Nähe eines Hotels im Stadtteil Karrada.
Das Außenministerium hat seiner Pflicht nachgekommen, diese Person vor den gegen sie gerichteten Bedrohungen zu warnen, und wir werden weiterhin mit dem FBI zusammenarbeiten, um ihre Freilassung so schnell wie möglich zu gewährleisten.
Dylan Johnson, Assistant Secretary of State for Global Public Affairs
US-Beamte hatten Kittleson wiederholt vor konkreten Bedrohungen gewarnt, zuletzt noch am Montagabend. Ihr Notfallkontakt gab an, dass die amerikanischen Behörden sie darüber informiert hatten, dass ihr Name auf einer Zielpersonenliste von Kataib Hezbollah stand – eine Liste weiblicher Journalistinnen, die die Gruppe entführen oder töten wollte.
Kittleson, die ausführlich über Konflikte in Afghanistan, dem Irak und Syrien berichtet hat, veröffentlicht ihre Artikel bei Al-Monitor, einem in Washington ansässigen Nachrichtenportal mit Fokus auf den Nahen Osten. Die Redaktion zeigte sich tief besorgt über ihre Entführung und forderte ihre sofortige Freilassung.
France 24 berichtet sachlich über die Entführung und betont die Sicherheitsmaßnahmen sowie die internationale diplomatische Koordination, ohne eine redaktionelle Bewertung vorzunehmen.