Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Sonntag zu einem nicht angekündigten Besuch in Jordanien ein, um mit König Abdullah II. über Sicherheitskooperation zu sprechen. Die Ukraine sucht dabei ihre im Krieg gesammelte Erfahrung in der Abwehr von Drohnenangriffen für neue Partnerschaften im Nahen Osten zu nutzen.
Im Mittelpunkt des Treffens stand eine mögliche Zusammenarbeit bei der Abwehr von Drohnen- und Raketenbedrohungen. Selenskyj positionierte die fünfjährige Erfahrung der Ukraine in der Abwehr russischer und iranisch entwickelter Angriffe als wertvolles Know-how für regionale Partner, die ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen.
Aus eigener Erfahrung wissen wir: Ohne ein einheitliches System ist ein umfassender Schutz von Menschen und kritischer Infrastruktur schlicht unmöglich.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident — Anadolu Agency
Der Besuch in Jordanien findet vor dem Hintergrund eskalierender regionaler Spannungen statt, die auf die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar folgten. Dabei wurden mehr als 1.340 Menschen getötet, darunter der ehemalige Oberste Führer Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Drohnen- und Raketenangriffen auf Israel, Jordanien, den Irak und Golfstaaten, die US-Militärstützpunkte beherbergen. Diese Angriffe forderten Opfer und richteten Schäden an der Infrastruktur an, während sie globale Märkte und den Luftverkehr beeinträchtigten.
Die Ukraine hat bereits über 200 Spezialisten in Golfstaaten wie die VAE, Katar, Saudi-Arabien und Kuwait eingesetzt, um bei der Abwehr iranischer Drohnen zu beraten. Diese Experten bringen praktisches Wissen aus der Verteidigung gegen dieselben Shahed-Drohnen mit, die seit 2022 sowohl ukrainische Städte als auch Ziele im Nahen Osten angegriffen haben.