Die Besatzung von Artemis II erreichte am Samstag den Wendepunkt auf dem Weg zwischen Erde und Mond und markierte damit einen entscheidenden Meilenstein in der Rückkehr der Menschheit in den tiefen Weltraum nach mehr als fünf Jahrzehnten. Die NASA-Raumkapsel Orion mit vier Astronauten an Bord ist nun 228.500 Kilometer von der Erde entfernt – näher am Mond als am Heimatplaneten.

Missionskommandant Reid Wiseman machte die ersten hochauflösenden Aufnahmen der Erde aus der Raumkapsel heraus, darunter ein Porträt mit dem Titel „Hello, World“. Es zeigt den Atlantischen Ozean, eingerahmt vom atmosphärischen Leuchten und grünen Polarlichtern an beiden Polen. Die Bilder zeigen die Erde auf dem Kopf stehend, wobei die westliche Sahara, die Iberische Halbinsel und der östliche Teil Südamerikas zu erkennen sind.

Wir können den Mond gerade durch das Andockfenster sehen – ein wunderschöner Anblick

Christina Koch, Missionsspezialistin — NASA

Der Meilenstein wurde zwei Tage, fünf Stunden und 24 Minuten nach dem Start der Raumkapsel vom Kennedy Space Center in Florida erreicht. Astronautin Christina Koch beschrieb die gemeinsame Freude der Besatzung, als sie erfuhren, dass sie die Hälfte ihrer Reise zurückgelegt hatten.

Dieser Erfolg folgt auf ein erfolgreiches Einschwenkmanöver in die Mondtransferbahn, das die Orion aus der Erdumlaufbahn auf den Kurs zum Mond brachte. Diese Aktion stellt das erste Mal seit Apollo 17 im Jahr 1972 dar, dass Menschen die niedrige Erdumlaufbahn verlassen haben.

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🇬🇧United Kingdom
BBC
Analytisch

Die BBC betont die technische Leistung und die spektakulären Bilder und hebt die historische Bedeutung der Mission hervor. Die Berichterstattung fokussiert auf die emotionalen Reaktionen der Besatzung und die Rückkehr in den tiefen Weltraum nach fünf Jahrzehnten.

🇫🇷France
RFI
Analytisch

Die französische Berichterstattung sieht in diesem Ereignis einen historischen Moment der Weltraumforschung und unterstreicht die internationale Zusammensetzung der Besatzung. RFI weist auf die technischen Grenzen der freien Rückkehrbahn und die Rolle der Mission bei der Vorbereitung zukünftiger Mondlandungen hin.

🇩🇪Germany
Spiegel Online
Analytisch

Die deutsche Berichterstattung konzentriert sich auf die rekordverdächtigen Aspekte der Mission und technische Details. Der Spiegel betont die NASA-Bestrebungen, Entfernungsrekorde zu brechen, sowie praktische Überlegungen wie die Lebensbedingungen der Besatzung während der Reise.

Die Perspektiven stammen aus echten Schlagzeilen, die von GDELT indexiert wurden — einer globalen Datenbank, die Nachrichten aus über 100 Ländern in Echtzeit verfolgt.

Wir erhalten einen wunderschönen Blick auf die dunkle Seite der Erde, die vom Mond beleuchtet wird

Jeremy Hansen, Missionsspezialist — Kanadische Weltraumbehörde

Der kanadische Astronaut Jeremy Hansen, der seine erste Weltraummission erlebt, zeigte sich begeistert von den Aussichten und der Schwerelosigkeit. Die Besatzung besteht aus den Amerikanern Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie Hansen – und ist damit die erste Mondmission, die eine Frau, eine Person of Color und einen Nicht-Amerikaner umfasst.

Die Astronauten befinden sich nun auf einer freien Rückkehrbahn, die die Schwerkraft des Mondes nutzen wird, um sie um die Rückseite des Mondes zu schleudern, bevor sie zur Erde zurückkehren. Dieser Kurs stellt sicher, dass sie auch bei einem Ausfall der Antriebssysteme sicher zur Erde zurückkehren können, obwohl danach keine Kurskorrekturen mehr möglich sind.

NASA-Vertreter berichten, dass alle Systeme der Raumkapsel nominal funktionieren, während die Besatzung weiterhin Geräteprüfungen und wissenschaftliche Vorbereitungen durchführt. Die Astronauten werden am fünften Tag in den Einflussbereich des Mondes eintreten, wenn die Anziehungskraft des Mondes stärker wird als die der Erde auf ihre Raumkapsel.

Die Mission wird einen neuen Entfernungsrekord für die bemannte Raumfahrt aufstellen, wenn die Besatzung etwa 10.300 Kilometer jenseits des Mondes erreicht – weiter von der Erde entfernt als je zuvor. Der Vorbeiflug am Mond ist für den 6. April geplant, die Rückkehr zur Erde mit einer Wasserung im Pazifik am 10. April.

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