Deutschland hat neue Reisebeschränkungen eingeführt, die Männern im Alter von 17 bis 45 Jahren vorschreiben, für Auslandsreisen von mehr als drei Monaten eine Genehmigung der Bundeswehr einzuholen. Die Maßnahme, die Teil des am 1. Januar 2026 in Kraft getretenen Wehrdienstmodernisierungsgesetzes ist, stellt eine erhebliche Ausweitung der Kontrollbefugnisse der Bundeswehr dar, während sich das Land auf eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht vorbereitet.
Die Vorgabe basiert auf Paragraph 3 des deutschen Wehrpflichtgesetzes, das die Pflichten zum Wehrdienst regelt. Nach den neuen Bestimmungen müssen männliche Bürger vor längeren Auslandsaufenthalten die Erlaubnis ihres zuständigen Karrierezentrums der Bundeswehr einholen.
Deutsche Verteidigungsexperten haben jedoch klargestellt, dass die Genehmigung zwar formal erforderlich ist, aber automatisch erteilt wird, solange der Wehrdienst freiwillig bleibt. Das Verteidigungsministerium gab an, dass verwaltungstechnische Richtlinien erlassen werden, die bestätigen, dass die Genehmigung unter den aktuellen Bedingungen der Freiwilligkeit als erteilt gilt.
Da der Wehrdienst nach geltendem Recht ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgt, sind solche Genehmigungen grundsätzlich zu erteilen.
Verteidigungsministeriumssprecher — Euronews
Die Gesetzgebung spiegelt Deutschlands umfassendere Bemühungen zur militärischen Modernisierung nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wider. Das Land strebt an, die Bundeswehr von derzeit etwa 184.000 auf zwischen 255.000 und 270.000 aktive Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auszubauen. Dafür ist eine systematische Erfassung und Bewertung junger Männer erforderlich.
Euronews stellt die Geschichte als sachliche politische Entwicklung dar und erklärt detailliert den rechtlichen Rahmen. Das Medium betont die offiziellen Klarstellungen, dass Genehmigungen unter den aktuellen Bedingungen der Freiwilligkeit automatisch erteilt werden.