Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Samstag in Istanbul zu Sicherheitsgesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ein, während sich die Spannungen um die Energieinfrastruktur im Schwarzen Meer und Vorschläge für eine Waffenruhe vor dem orthodoxen Osterfest verschärfen.
Das Treffen findet einen Tag nach einem Telefonat zwischen Erdoğan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin statt, der der Ukraine vorgeworfen hatte, einen Angriff auf die Gaspipeline TurkStream zu planen, die Russland mit der Türkei verbindet. Die Pipeline versorgt unter anderem auch Ungarn und Serbien.
Ich bin in Istanbul angekommen, wo wichtige Gespräche anstehen. Substantielle Verhandlungen mit dem Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, sind vorbereitet
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident — X
Eine starke Polizeipräsenz umgab den Dolmabahçe-Palast am Ufer des Bosporus, demselben Ort, an dem bereits Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew stattfanden. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Stärkung der Partnerschaften für die regionale Sicherheit in Europa und im Nahen Osten.
Die Sicherheit der Energieinfrastruktur dominiert die Tagesordnung. Der russische Staatskonzern Gazprom behauptete am Donnerstag, seine Streitkräfte hätten einen ukrainischen Drohnenangriff auf die TurkStream-Pipeline abgewehrt. Moskau hat im Laufe des Konflikts wiederholt ukrainische Energieeinrichtungen angegriffen und seit Februar 2022 Millionen Menschen von Strom und Heizung abgeschnitten.
Daily Sabah stellt das Treffen als substanzielle Sicherheitsgespräche mit Fokus auf regionale Stabilität dar. Das Medium betont die Rolle der Türkei als diplomatischen Verhandlungsort und Erdoğans jüngsten Austausch mit Putin zur Sicherheit der Pipeline.
Kyiv Post präsentiert die Gespräche als entscheidende diplomatische Verhandlungen vor dem Hintergrund der Spannungen im Schwarzen Meer. Das Medium hebt den Oster-Waffenstillstandsvorschlag der Ukraine hervor und ordnet das Treffen in die größeren regionalen Sicherheitsherausforderungen ein.
Straits Times konzentriert sich auf die Aspekte der Sicherheitszusammenarbeit und die wachsenden Partnerschaften der Ukraine im Nahen Osten. Das Medium stellt das Treffen als Teil der breiteren diplomatischen Strategie der Ukraine dar, die auf ihrer Drohnenabwehr-Expertise aufbaut.
„Die Ukraine verfügt über Expertise in Bezug auf Seewege sowie die Verteidigung und Wiedereröffnung der Schifffahrt“, sagt der Präsident. Was wir am Tag 1.500 wissen
Erdoğan warnt, dass Angriffe auf Schiffe die Stabilität im Schwarzen Meer belasten, und warnt davor, dass ein Krieg im Iran nicht in den Ukraine-Krieg eskalieren dürfe
Wir arbeiten daran, unsere Partnerschaft zu stärken, um den Schutz des Lebens der Menschen zu gewährleisten, Stabilität voranzutreiben und Sicherheit in unserem Europa sowie im Nahen Osten zu garantieren
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Die Ukraine hat eine Waffenruhe über Ostern vorgeschlagen, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur beenden soll. Der Vorschlag, der über die USA an Moskau übermittelt wurde, erhielt bisher keine klare Antwort aus Russland, das eine dauerhafte Lösung statt einer vorübergehenden Feuerpause anstrebt.
Selenskyjs diplomatischer Zeitplan umfasst auch ein Treffen mit Patriarch Bartholomäus, dem höchsten orthodoxen Kirchenvertreter, eine Woche vor den orthodoxen Osterfeierlichkeiten am 12. April. Sowohl die Ukraine als auch Russland begehen das Fest.
Die Gespräche in Istanbul finden statt, während die Ukraine ihre Partnerschaften im Nahen Osten ausbaut und kürzlich Sicherheitskooperationsabkommen mit Saudi-Arabien, den VAE und Katar unterzeichnet hat. Die Ukraine nutzt dabei ihre Expertise im Umgang mit Drohnen, die sie in vier Jahren Konflikt gegen von Russland eingesetzte iranische Drohnen gewonnen hat.
Die vermittelnde Rolle der Türkei in der Logistik von Getreide und Energie im Schwarzen Meer positioniert Erdoğan als wichtigen Mittler. Der Kreml berichtete, dass Putin und Erdoğan während ihres Telefonats am Freitag koordinierte Maßnahmen für die Sicherheit im Schwarzen Meer besprochen hätten.
Das Treffen findet vor dem Hintergrund einer breiteren regionalen Instabilität statt, wobei beide Staatschefs in ihren jüngsten Gesprächen einen sofortigen Waffenstillstand im Nahen Osten gefordert haben. Selenskyj hat europäische und nahöstliche Konflikte miteinander verknüpft und Russland vorgeworfen, iranische Destabilisierungsbemühungen zu unterstützen.