Ein Bundesrichter verurteilte Jasveen Sangha am Mittwoch zu 15 Jahren Haft für den Verkauf des Ketamins, das im Oktober 2023 den Friends-Star Matthew Perry tötete. Die 42-jährige Doppelstaatsbürgerin der USA und Großbritanniens wurde damit als dritte Angeklagte in dem Fall verurteilt, der ein Netzwerk von Dealern aufdeckte, die Perrys Sucht ausnutzten.

US-Bezirksrichterin Sherilyn Peace Garnett verhängte die von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafe und bezeichnete Sangha als die Hauptverantwortliche unter den fünf Angeklagten. Sangha betrieb, wie die Behörden beschrieben, einen hochvolumigen Drogenhandel von ihrem Haus in North Hollywood aus und bediente dabei Prominente, indem sie sich als exklusive Händlerin präsentierte.

Das waren keine Fehler. Das waren schreckliche Entscheidungen

Jasveen Sangha — Associated Press

Das Urteil enthüllte die Abläufe in Perrys letzten Tagen. Vier Tage vor seinem Tod verkaufte Sangha ihm über Mittelsmänner 25 Ampullen Ketamin für 6.000 Dollar in bar. Perrys Lebensgefährte Kenneth Iwamasa verabreichte ihm am 28. Oktober 2023 mindestens drei Injektionen von Sanghas Ketamin, was zum Tod des Schauspielers in seinem Whirlpool führte.

Perry hatte bereits legale Ketamin-Behandlungen gegen Depressionen von seinem Hausarzt erhalten, suchte aber nach zusätzlichen Dosen, als dieser die Verschreibung nicht erhöhen wollte. Dadurch kam er zunächst zu Dr. Salvador Plasencia, der zu 30 Monaten Haft verurteilt wurde, und schließlich zu Sanghas Netzwerk.

◈ So sieht die Welt diese Nachricht3 perspektiven
Überwiegend Analytisch2 Analytisch1 Kritisch
🇩🇪Germany
Spiegel Online
Analytisch

Die deutsche Berichterstattung rahmt die Geschichte als klare Strafjustiz-Thematik ein und konzentriert sich auf die rechtlichen Schritte und das Urteil, ohne zusätzliche Kommentare. Die knappe Berichterstattung spiegelt die Tendenz europäischer Medien wider, amerikanische Prominenten-Drogenfälle als ausländische Nachrichten ohne tiefere Analyse zu behandeln.

🇧🇷Brazil
G1 Globo
Analytisch

Die brasilianische Berichterstattung legt den Fokus auf die medizinischen Aspekte von Ketamin und erklärt dessen legitime Verwendung als Narkosemittel und Antidepressivum neben dem illegalen Konsum. Dieser pädagogische Ansatz entspricht der Herangehensweise lateinamerikanischer Medien bei Drogenberichterstattung, die öffentliche Gesundheitsinformationen über Prominenten-Scandale stellt.

🇳🇱Netherlands
NRC
Kritisch

Die niederländische Berichterstattung nimmt eine kritische Haltung gegenüber der Ausbeutung von Perrys Sucht ein und betont die 'minachting voor het leven' (Verachtung für das Leben), die sich darin zeigte, dass die Dealer trotz früherer Todesfälle weiterverkauften. Diese moralische Bewertung entspricht den progressiven niederländischen Ansichten zu Sucht als gesundheitlichem Problem, das vor ausbeuterischen Dealern geschützt werden muss.

Die Perspektiven stammen aus echten Schlagzeilen, die von GDELT indexiert wurden — einer globalen Datenbank, die Nachrichten aus über 100 Ländern in Echtzeit verfolgt.

Die Staatsanwaltschaft betonte Sanghas Rücksichtslosigkeit, da sie trotz eines früheren Überdosis-Tods weiter Drogen verkaufte. 2019 hatte sie bereits Ketamin an Cody McLaury verkauft, der wenige Stunden später an einer Überdosis starb. Dennoch setzte sie ihr Drogennetzwerk fort, bis Perry vier Jahre später starb.

Der Schmerz, den du Hunderten, vielleicht Tausenden zugefügt hast, ist unumkehrbar

Debbie Perry, Stiefmutter — People

Der Fall zeigte die zwiespältige Natur von Ketamin als sowohl legitimes Medikament als auch gefährliche Droge auf der Straße. Das Narkosemittel wird zunehmend zur Behandlung von Depressionen in kontrollierten klinischen Settings akzeptiert, doch Perrys Tod demonstrierte die Risiken bei illegaler Beschaffung. Die Gerichtsmedizin stufte Ketamin als Hauptursache des Todes ein, mit Ertrinken als sekundärem Faktor.

Sanghas Strafe überstieg die ihrer Mitangeklagten deutlich. Zwei Ärzte erhielten Haftstrafen zwischen acht Monaten Hausarrest und 30 Monaten Gefängnis. Perrys Assistent und ein Freund, die als Mittelsmänner fungierten, warten noch auf ihr Urteil. Nur Sanghas Geständnis erkannte explizit an, Perrys Tod verursacht zu haben.

Es gab einen Funken in diesem Mann, den ich sonst nirgends gesehen habe

Keith Morrison, Stiefvater — Associated Press

Die Ermittlungen förderten Textnachrichten zutage, die das Bewusstsein der Angeklagten für ihre Ausbeutung Perrys zeigten. Dr. Plasencia hatte über Perry geschrieben: 'Ich frage mich, wie viel dieser Idiot zahlen wird.' Als die Nachricht von Perrys Tod bekannt wurde, wies Sangha ihre Mittelsmänner an, ihre Kommunikation zu löschen, und versuchte, Beweise zu vernichten.

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