Papst Leo XIV. trug am Karfreitag ein hölzernes Kreuz durch alle 14 Stationen des Kreuzwegs im römischen Kolosseum. Damit brach er als erster Papst seit Jahrzehnten mit der Tradition, das Kreuz bei seiner ersten Osterprozession als Oberhaupt der Kirche persönlich über die gesamte Strecke zu tragen.
Diese symbolische Geste markierte einen deutlichen Bruch mit der jüngeren Papsttradition. Papst Franziskus trug das Kreuz zu keinem Zeitpunkt seiner Amtszeit, während Benedikt XVI. es lediglich bei der ersten Station innerhalb des Kolosseums übernahm, bevor er sich anderen Trägern anschloss. Johannes Paul II. war der letzte Papst, der das Kreuz über die gesamte Prozession trug – von 1979 bis zu seiner Hüft-OP 1995.
Ich denke, dies wird ein wichtiges Zeichen sein, weil der Papst als geistlicher Führer in der heutigen Welt steht. Und diese Stimme, die alle hören wollen, sagt: Christus leidet noch immer. Ich trage all dieses Leid in meinem Gebet.
Papst Leo XIV. — South China Morning Post
Die etwa einstündige Prozession begann im antiken Amphitheater, wo Leo das Kreuz hob und es in Hüfthöhe emporhielt. Begleitet von zwei jungen Fackelträgern führte er rund 30.000 Gläubige durch die Menge vor dem Kolosseum und die steilen Stufen hinauf zum Palatin, wo der Segen erteilt wurde.
Die für Leos ersten Karfreitag vorbereiteten Meditationen enthielten deutliche Botschaften zur Ausübung von Macht. An der ersten Station, die Jesu Verurteilung zum Tod thematisiert, betonte der Text, dass Menschen in Autoritätspositionen Gott gegenüber für den Einsatz ihrer Macht Rechenschaft ablegen müssen.
Das Medium berichtet umfassend über die historische Bedeutung der Entscheidung des Papstes und die spirituellen Botschaften der Zeremonie. Besonders hervorgehoben wird der Kontrast zu den jüngeren Papstpraktiken sowie detaillierte Zitate aus der Veranstaltung.