US-Präsident Donald Trump warnte Iran davor, Gebühren von Schiffen zu verlangen, die die Straße von Hormuz durchqueren. Damit eskaliert die Spannung über die strategisch wichtige Wasserstraße, während eine fragile Waffenruhe zwischen Washington und Teheran nun in ihren zweiten Tag geht.

Es gibt Berichte, dass Iran Gebühren von Tankern verlangt, die die Straße von Hormuz durchfahren – sie sollten das besser nicht tun und, falls doch, müssen sie damit sofort aufhören!

Donald Trump, US-Präsident — Truth Social

Die Warnung kommt zu einer Zeit, in der Berichte darauf hindeuten, dass Iran plant, während der zweiwöchigen Waffenruhe Mautzahlungen in Kryptowährungen zu verlangen, um die Kontrolle über die Meerenge zu behalten. Iranische Offizielle haben angekündigt, dass die Gebühren einen Dollar pro Barrel für Ölladungen betragen sollen, zahlbar in Kryptowährung oder chinesischen Yuan.

"Sie sollten das besser nicht tun und, falls doch, müssen sie damit sofort aufhören!"

Der iranische Oberste Führer Ajatollah Seyyed Mojtaba Hosseini Khamenei erklärte am Donnerstag, dass die Verwaltung der Meerenge „sicherlich in eine neue Phase eintreten“ werde, und kündigte an, Teheran werde Entschädigungen für kriegsbedingte Schäden verlangen. Diese Aussagen unterstreichen die Absicht Irans, seine Kontrolle über den Engpass zu nutzen, der etwa 20 % der weltweiten Ölexporte und Flüssiggaslieferungen abwickelt.

Wir werden die verbrecherischen Angreifer, die unser Land angegriffen haben, sicherlich nicht ungestraft lassen

Ajatollah Seyyed Mojtaba Hosseini Khamenei, iranischer Oberster Führer — Anadolu Agency

Der Schiffsverkehr durch die Meerenge blieb am Donnerstag trotz der Waffenruhe deutlich unter 10 % der normalen Auslastung, wobei laut der Schifffahrts-Trackingfirma Kpler am Mittwoch nur fünf Schiffe die Wasserstraße passierten. Der dramatische Rückgang von den üblichen etwa zehn Schiffen pro Tag in den fünf Tagen zuvor spiegelt die anhaltenden Störungen der globalen Energieversorgung wider.

Die Pattsituation um die Meerenge ist zu einem zentralen Thema geworden, da die US-iranischen Verhandlungen am Samstag in Pakistan unter pakistanischer Vermittlung beginnen sollen. Iran betont, dass die Gespräche darauf abzielen, Details einer möglichen Vereinbarung zu finalisieren, aber kein Ende des größeren Konflikts bedeuten.

Trumps Drohung spiegelt die wachsende Frustration in seiner Regierung über Irans Versuche wider, während der Waffenruhe Zugeständnisse zu erpressen. Der Präsident kritisierte zudem die begrenzte Unterstützung der NATO-Verbündeten bei der Wiedereröffnung der Wasserstraße. NATO-Generalsekretär Mark Rutte räumte ein, einige Mitglieder seien „etwas überrascht“ von der US-Entscheidung, Angriffe auf den Iran zu starten.

Unsere Finger liegen am Abzug

Ajatollah Seyyed Mojtaba Hosseini Khamenei, iranischer Oberster Führer — Anadolu Agency