Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einigten sich während eines zweistündigen Treffens im Dolmabahçe-Palast in Istanbul am Samstag auf die Ausweitung der Sicherheitszusammenarbeit. Die Ukraine kann dabei ihr aus dem anhaltenden Konflikt mit Russland gewonnenes Fachwissen in Verteidigungstechnologien einbringen.

Die Vereinbarung konzentriert sich auf ukrainische Beiträge zu türkischen Sicherheitsfähigkeiten, insbesondere in Bereichen, in denen die Ukraine durch Kriegserfahrung spezialisiertes Wissen entwickelt hat. Beide Staatschefs gaben an, dass ihre Teams die operativen Details innerhalb weniger Tage finalisieren würden.

Wir haben uns auf neue Schritte in der Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich geeinigt. Das betrifft vor allem Bereiche, in denen wir die Türkei unterstützen können: Fachwissen, Technologien und Erfahrung. Es besteht eine grundsätzliche politische Bereitschaft, zusammenzuarbeiten, und unsere Teams werden die Details in den kommenden Tagen finalisieren.

Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident — TASS English

Der Zeitpunkt der Vereinbarung ist angesichts des kürzlichen Angebots der Ukraine, Ländern des Persischen Golfs und des Nahen Ostens bei der Abwehr iranischer Drohnen zu helfen, von besonderer Bedeutung. Die Ukraine hat umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit iranisch konstruierten Drohnen gesammelt, die Russland regelmäßig in Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur einsetzt.

Auch die Energiekooperation rückte in den Fokus, wobei beide Staatschefs über gemeinsame Gasinfrastrukturprojekte und die mögliche gemeinsame Erschließung von Gasfeldern sprachen. Dies stellt eine komplexe Dynamik dar, da die Türkei weiterhin stark von russischen Gasimporten über die TurkStream-Pipeline abhängig ist.

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TASS stellt das Treffen als routinemäßige diplomatische Begegnung dar und betont Putins jüngstes Telefonat mit Erdogan sowie Russlands Vorwürfe zu ukrainischen Angriffen auf Gasinfrastrukturen. Die russische Perspektive hebt die Rolle der Türkei als Vermittler hervor und unterstreicht dabei subtil die Moskauer Erzählung über ukrainische Aggressionen gegen Energieressourcen.